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„Gnadenschuss für den Tourismus“

Bis zu zehn Prozent weniger Österreicher reisen an die Ägäis.

Wien (cim). Touristen sitzen fest, Fähren laufen nicht aus und der Nachschub an Essen stockt. „Wir gehen in Richtung eines Bankrotts. Es ist der Gnadenschuss für den Tourismus“, schreiben die Tourismusverbände der Inseln Kreta, Korfu und Rhodos in einer Erklärung vom Donnerstag. Die Reiseveranstalter versuchen aber zu beruhigen: Von den Inseln Rhodos oder Santorin höre man, dass es keine Probleme für die Touristen gebe, heißt es aus der griechischen Fremdenverkehrszentrale in Wien. Dem Außenministerium sind kaum Probleme bekannt, dennoch warnt man Urlauber via Website vor Engpässen bei der Treibstoffversorgung.

Der Reiseveranstalter Tui berichtet, dass die lokalen Partner und Hotels ausreichende Benzinreserven haben, so dass „alle Leistungen uneingeschränkt zur Verfügung stehen“. Beim Verkehrsbüro (Ruefa) sieht es ähnlich aus: Für gecharterte Busse oder Mietautos würden eigene Tankstellen zur Verfügung stehen, die von Streiks nicht bedroht seien. Stornos habe es bisher keine gegeben.


Vorerst kein Schadenersatz

Touristen, die wegen des Streiks in Griechenland festsitzen, können allerdings mit keinen Schadenersatzleistungen der Regierung rechnen. Ein Gesetz, das Urlaubern, die wegen eines Streiks festsitzen, Anspruch auf Ersatzzahlungen garantiert, sollte nach den Ankündigungen der Regierung in Athen schon Anfang Juli beschlossen werden. Geschehen ist das bis heute aber nicht.

Bei der Botschaft in Athen und beim griechischen Fremdenverkehrsamt habe es bisher aber kaum Anfragen Betroffener gegeben. Dennoch werden in der aktuellen Sommersaison geschätzte fünf bis zehn Prozent weniger Österreicher an die Ägäis reisen als 2009. Damals haben 550.000 Österreicher ihren Urlaub in Griechenland verbracht. In den vergangenen Wochen hätten die Buchungen dank der Last-Minute-Angebote stark angezogen, durch den Streik ließen sie nun wieder nach, heißt es im Fremdenverkehrsamt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2010)