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Prozess Auftakt: Spätes Geständnis vor Gericht

(c) REUTERS (POOL)
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Nadja Benaissa gesteht zumindest teilweise, was ihr die Anklageschrift vorhält: gefährliche Körperverletzung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Verschweigen ihrer HIV-Infektion gegenüber drei Sexualpartnern.

Darmstadt (APA/awa). Der Ansturm an Fans ist ausgeblieben. 40 Schaulustige haben sich am Montag Früh vor dem Amtsgericht Darmstadt versammelt. Drinnen, im Saal 3, presst die Sängerin der Castingband No Angels ein dünnes Lächeln hervor. Erstaunlich, denn nur kurze Zeit später, nachdem die Fotografen und Kamerateams den Gerichtssaal verlassen haben, gesteht sie zumindest teilweise, was ihr die Anklageschrift vorhält: gefährliche Körperverletzung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Verschweigen ihrer HIV-Infektion gegenüber drei Sexualpartnern.

Am ersten Prozesstag gesteht die 28-jährige Sängerin der deutschen Castingband No Angels ihre Schuld. Wobei, eigentlich ist es ihr Anwalt Oliver Wallasch, der eine Erklärung verliest, in der sie die Vorwürfe im Wesentlichen einräumt. Ihr sei klar geworden, „dass mein bisheriger Umgang mit der Krankheit falsch gewesen ist“. Sollte sie jemanden angesteckt haben, tue ihr das „von Herzen leid“. Schwer belastet wird sie dann vom Nebenkläger, der vor den Kameras gänzlich verhüllt bleibt. Der 34-Jährige sagt, er habe „fünf- bis siebenmal Sex“ mit ihr gehabt. Von seiner Infektion mit dem Virus habe er 2007 erfahren. Wieso er sich sicher ist, dass er sich bei ihr angesteckt habe, bleibt am ersten Prozesstag unklar. Der Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2010)