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Leitartikel

Die Glaubensfrage Schulschließung

Bildungsminister Heinz Faßmann
Bildungsminister Heinz FaßmannAPA/HELMUT FOHRINGER
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Alle Schulen zu schließen wäre aus epidemiologischer Sicht ein geeigneter Wellenbrecher. Die Frage ist nur: Gibt es keine gelinderen Mittel (mehr)?

Man könnte das Ganze beinahe als Glaubensfrage bezeichnen, als weltanschauliche Auseinandersetzung, freilich ohne eine dahinterstehende stringente Ideologie. Die Fronten verlaufen abseits gewohnter politischer Linien, die Allianzen sind vielschichtig. Auf wissenschaftlicher, politischer, medialer Ebene.

Fünf namhafte Wissenschafter, allesamt Träger des Wittgenstein-Preises, forderten am Montag via APA die umgehende Schließung aller Schulen zur Eindämmung der Coronapandemie. Am Abend traten in der „Zeit im Bild“ dann der Leiter der Kinderabteilung des SMZ-Ost und der Leiter der Infektionsabteilung der Klinik Favoriten, ein Experte auf dem Gebiet Covid-19, auf und wandten sich gegen weitere Schulschließungen.

Bildungsminister Heinz Faßmann leistet seit Wochen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln – Studien, Umfragen, Interviews – Widerstand gegen die Schließung aller Schulen, die Bundeskanzler Sebastian Kurz lieber heute als morgen umsetzen würde. Oder genauer: lieber schon gestern umgesetzt hätte. Und die an sich Kanzler-freundliche „Kronen Zeitung“ titelte gestern auf Seite 1: „Schulen bitte offen lassen!“