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Erleichterungen

Matura: Späterer Termin und weniger Stoff

Angesichts des wochenlangen Heimunterrichts gesteht Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) den Maturanten nun Erleichterungen zu.
Angesichts des wochenlangen Heimunterrichts gesteht Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) den Maturanten nun Erleichterungen zu.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Am Freitag verkündete Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Erleichterungen für die kommende Matura. Unter anderem wird diese um zwei Wochen nach hinten verschoben. An den AHS kann der Stoff für die mündliche Matura um bis zu einem Drittel reduziert werden.

Nun kommen sie also wirklich: Die im Laufe der Woche kolportierten Erleichterungen für die Matura wurden am Freitag nun von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) konkretisiert. Änderungen gibt es beim Termin, dem Umfang der Themengebiete für die mündliche Matura und der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA). „Die Maturanten haben ein Recht darauf, rechtzeitig zu wissen, dass wir human auf die Situation reagieren“, sagte Faßmann vor Journalisten im Bildungsministerium. „Sie haben es schon schwer genug.“ Dennoch sei „das keine geschenkte Matura“. „Die Presse“ gibt einen Überblick über die geplanten Änderungen.

Späterer Termin

Aufgrund der Dauer, die die Oberstufen-Schüler bzw. die rund 43.000 Maturanten bereits wieder in den eigenen vier Wänden mit Distance-Learning verbringen, wird der Termin für die schriftliche Klausur von ursprünglich 3. Mai 2021 auf 20. Mai 2021 nach hinten verlegt. Damit verschiebt sich auch der Beginn der mündlichen Matura auf den 7. Juni. Das Unterrichtsjahr der Maturanten endet damit am 2. Mai 2021. Faßmann spricht in dem Zusammenhang vom „spätestmöglichen Termin“.

Starten wird anschließend die schriftliche Matura mit Deutsch (20. Mai), gefolgt von Mathematik (21. Mai), Spanisch/Volksgruppensprachen (25. Mai), Englisch (26. Mai), Latein/Griechisch (27. Mai), Französisch (28. Mai) und Italienisch (31. Mai).

Wie im Vorjahr wird die zur Verfügung stehende Zeit um 60 Minuten verlängert. Die Verlängerung sei im Vorjahr der Notwendigkeit zu lüften geschuldet gewesen, doch habe sich gezeigt, dass sie generell „stressmindernd“ sei, sagte Faßmann.

AHS: Weniger Stoff für mündliche Prüfung

Da im Distance-Learning womöglich manches nicht bearbeitet werden kann, gibt es an den AHS nun die Möglichkeit, die Themengebiete für die mündliche Matura einzuschränken, aber nur, „wenn diese im Unterricht nicht ausreichend behandelt wurden“. Die Reduktion darf maximal ein Drittel der ursprünglich vorgesehenen Themenbereiche betragen.

Da jedoch gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Bekanntgabe der Themengebiete für die mündliche Matura bis 30. November und damit bereits bis kommenden Montag erfolgen muss, kommt diese Neuerung für viele Pädagogen wohl zu kurzfristig. Deshalb kann eine etwaige Einschränkung auch zu einem späteren Zeitpunkt, je nach Infektionslage, vorgenommen werden. Spätestens vier Wochen vor Ende des Unterrichtsjahres, also bis 4. April, muss die Stoffreduktion dann definitiv bekanntgegeben werden.

Bei den BHS sei man übereingekommen, dass eine weitere Reduktion des Stoffes „überhaupt nicht sinnvoll ist“, wie es auf „Presse"-Nachfrage heißt. Denn dort seien die Themengebiete für die mündliche Matura ohnehin weniger umfangreich. Eine weitere Reduktion sei demnach nicht notwendig.

Eine weitere Erleichterung, etwa die mündliche Prüfung generell wie im Vorjahr nur auf freiwilliger Basis zu absolvieren, hält Faßmann derzeit für nicht notwendig. „Dazu sehe ich keinen Grund“, sagte er. Doch „wenn wir sehen, dass sich das Sommersemester unerfreulich entwickelt“, sei man flexibel, auch hier noch Adaptierungen durchzuführen.

Ergänzungsunterricht

Um den Schülern noch mehr Vorbereitungsmöglichkeiten zu geben, wird zwischen 2. Mai und dem Beginn der schriftlichen Klausur ein zweiwöchiger Ergänzungsunterricht stattfinden. Dieser ist freiwillig, werde von den Schülern aber „stark nachgefragt und angenommen“, wie der Generalsekretär des Bildungsministeriums, Martin Netzer, betonte.

Dieser Unterricht entspricht den Vorbereitungsstunden, die die Schüler auf die gewählten Fächer intensiv vorbereiten sollen. Zusätzlich dazu gibt es bereits nach Weihnachten die Möglichkeit, in einzelnen Fächern Förderunterricht für Maturaklassen im Ausmaß von zwei Wochenstunden pro Klasse und Woche abzuhalten.

Freiwillige Präsentation der Abschlussarbeiten

Die Petition „Fairtura“ hatte Anfang der Woche unter anderem eine Reduktion des Stoffes und eine lediglich freiwillige Präsentation der VWA bzw. von Diplomarbeiten gefordert, die Sprecherin der AHS-Direktoren, Isabella Zins, hatte sich allerdings gegen frühzeitige Erleichterungen und eine „Mini-Matura“ [premium] ausgesprochen. Tatsächlich aber wird die Präsentation der VWA „nur optional“ sein. Jene, die dazu dennoch antreten wollen, müssen die Arbeit unter Einhaltung der Hygienebestimmungen am Schulstandort präsentieren. Individuell kann das aber auch „im virtuellen Raum“ mittels elektronischer Kommunikation erfolgen.

Mit der Freiwilligkeit wolle Faßmann „das knappe Monat Juni“ nicht noch weiter anfüllen und den Maturanten mehr Luft für die Vorbereitung auf die mündliche Matura geben.

Einbeziehung der Jahresnote

Wie ebenfalls bereits aus dem Vorjahr bekannt, wird heuer erneut die Jahresnote in die Gesamtnote einfließen - nämlich zu 50 Prozent. Wer im Jahreszeugnis zumindest ein Befriedigend stehen hat, ist demnach sehr wahrscheinlich auch bei der Matura positiv.

Allerdings nur, wenn bei der schriftlichen Klausur zumindest 30 Prozent der Maximalpunkte erreicht werden. Diese Vorgabe soll verhindern, dass - wie einzelne Fälle im Frühjahr zeigten - leere Blätter abgegeben werden. „Wir wollen nicht, dass damit der Wert der Matura unterminiert wird“, sagte Faßmann. „Das ist keine Freifahrt mehr“.

Rückkehr der Schüler bleibt offen

Wann und in welcher Form die Schüler bzw. die Oberstufen- und Maturaklassen wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren können, ließ Faßmann am Freitag offen. Erst beim kommenden Ministerrat am Mittwoch werde über das gesamte „Öffnungspaket“ inklusive Handel und Gastronomie entschieden.

Spekuliert wird inzwischen über eine mögliche Rückkehr der Oberstufen erst nach den Weihnachtsferien. Darauf angesprochen meinte Faßmann: „Ich weiß, was ich will“. Die Präsenzlehre sei in jedem Fall dem Distance-Learning vorzuziehen. Ob er das auch bekommt, wird sich kommende Woche zeigen.