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Lockdown

Corona-Maßnahmen: Auch in Tschechien wächst der Druck auf die Regierung

Nikolausfeierlichkeiten in Prag am 6. Dezember.
Nikolausfeierlichkeiten in Prag am 6. Dezember.REUTERS
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Der Präsident der Ärztekammer wendet sich in einem offenen Brief an die Regierung: Die Lockerungen seien zu früh gekommen. Aktuell gibt es über 6000 neue Infektionen täglich.

In einem dramatischen Appell hat der Präsident der tschechischen Ärztekammer, Milan Kubek, eine sofortige Verschärfung der Corona-Maßnahmen gefordert. Ein unkontrollierter Anstieg der Infektionszahlen würde das Gesundheitssystem überlasten, warnte der Mediziner am Donnerstag in einem offenen Brief an die Regierung.

Die Lockerungen seien zu früh gekommen. "Nur dank des immensen Einsatzes des Gesundheitspersonals, dem wir alle dankbar sein sollten, ist die Zahl der Todesopfer nicht noch viel höher", schrieb der 52-Jährige. Der Internist steht seit fast 15 Jahren an der Spitze der ärztlichen Standesvertretung in Tschechien.

Ausnahmezustand bis 23. Dezember

Nach der Zustimmung des Parlaments am Mittwochabend hat das Minderheitskabinett unter Ministerpräsident Andrej Babiš den Notstand zunächst bis zum 23. Dezember verlängert. Der Notstand ermöglicht es der Regierung, Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Derzeit dürfen sich in Innenräumen bis zu zehn Personen treffen. Es gilt eine weitgehende Maskenpflicht. Die Regierung will frühestens am Montag über erneute Verschärfungen der Maßnahmen entscheiden. Erst seit einer Woche sind alle Geschäfte und Restaurants mit Einschränkungen wieder geöffnet.

Allerdings mehrt sich Widerstand: Manche Kneipenwirte drohen offen damit, die aktuelle Sperrstunde um 20.00 Uhr zu missachten. Die Opposition kritisiert einen Teil der Maßnahmen als "absolut unsinnig". In den vergangenen Tagen stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder an. Am Donnerstag meldeten die Behörden 6402 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 560.000 bestätigte Infektionen und 9226 Todesfälle. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

(APA/dpa)

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