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Medien

Er war ein Wutprediger: US-Moderator Rush Limbaugh ist tot

Rush Limbaugh 2018
Rush Limbaugh 2018APA/AFP/JIM WATSON
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Rush Limbaugh war die wohl einflussreichste Medienstimme der amerikanischen Rechten. Noch im Vorjahr wurde er von Ex-Präsident  Trump mit der Freiheitsmedaille geehrt.

Der erzkonservative amerikanische Talkshowmoderator Rush Limbaugh ist tot. Im Alter von 70 Jahren starb er an einer Krebserkrankung. Limbaugh gilt als Erfinder der politischen Radio-Talkshow und etablierte sich in den vergangenen drei Jahrzehnten als führende Stimme der amerikanischen Rechten in den Medien.

Seinen Zenit als Galionsfigur der Rechten und Hassfigur der Linken hatte Limbaugh aber bereits überschritten. Inzwischen sind Sean Hannity, Alex Jones, Mark Levin einflussreicher und teilweise sogar rabiater als der Mann, der zu seinen besten Zeiten in seiner dreistündigen, mittäglichen Talk-Show 20 Millionen Zuhörer auf 600 Radiostationen erreichte, 40 Millionen Dollar im Jahr verdiente und sich einen Privatjet anschaffte.

Im Südstaat Missouri als Sohn eines prominenten republikanischen Aktivisten geboren, war sich Limbaugh seines politischen Einflusses durchaus bewusst. So bezeichnete er sich im Jahr 2008 als "intellektuellen Motor der konservativen Bewegung". Seine tägliche Radioshow wurde von über 600 Radiostationen im ganzen Land übernommen und hatte ein treues Millionenpublikum.

Einen Tag nachdem er im Februar 2020 seine Krebsdiagnose bekannt gegeben hatte, ehrte ihn US-Präsident Donald Trump mit der höchsten Auszeichnung, die die Vereinigten Staaten für einen Zivilisten bereithalten. Während seiner Rede zur Lage der Nation ließ Trump seine Ehefrau Melania die Freiheitsmedaille an den zur feierlichen Sitzung des Kongresses geladenen Journalisten übergeben.

Der Moderator der "Rush Limbaugh Show" sorgte wiederholt mit kontroversiellen Aussagen für Aufsehen, etwa als er Frauenrechtlerinnen als "Femi-Nazis" beleidigte. Beim Schauspieler Michael J. Fox musste er sich für den Vorwurf entschuldigen, dass er seine Parkinson-Erkrankung übertreibe.

Lieblingsfeind Barack Obama

Lieblingsfeind Limbaughs war Trumps Vorgänger Barack Obama, den er auch nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2017 unablässig attackierte. Für Trump war Limbaugh ein treuer Verbündeter. So spielte er das Coronavirus als "einfache Erkältung" herunter, die von den "Mainstream-Medien" missbraucht werde, um Trumps Wiederwahlchancen zu verringern. Immer wieder nährte Limbaugh auch Verschwörungstheorien von einem "tiefen Staat" und bot auf diese Weise Trump Flankenschutz. Nach dem Sturm aufs Kapitol ließ Limbaugh zudem Sympathien für politische Gewalt erkennen.

Das Radio entdeckte Limbaugh bereits im Alter von 16 Jahren für sich, als er in einem Sommerkurs eine Sendelizenz erwarb und bei einem Lokalradio zu arbeiten begann. Nur widerwillig schrieb er sich auf der Uni ein, doch war es schon nach einem Jahr wieder vorbei mit der Studentenzeit. "Ich wollte einfach nur im Radio sein", erinnerte er sich später. Der Durchbruch kam aber erst im Jahr 1984, als er im kalifornischen Sender KFBK-AM zu arbeiten begann und dort "The Rush Limbaugh Show" entwickelte. Vier Jahre später wurde die Sendung landesweit ausgestrahlt und Limbaugh zog nach New York.

Limbaugh erfand den Typus des konservativen Talkshow-Moderators, in dem es mittlerweile ein großes Gedränge gibt. Inhaltlich bereitete er mit seinen Grenzüberschreitungen den Boden für Rechtspopulisten wie Trump. Während er mit einem Ausflug ins Fernsehen Mitte der 1990er Jahre keinen durchschlagenden Erfolg hatte, blieb Limbaugh in seinem Metier unerreicht. "Ich habe keine Konkurrenten", sagte er im Jahr 2008 in einem Interview mit der "Times". "(Fox-News-Starmoderator Sean) Hannity kann mir nicht das Wasser reichen."