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Impfung

Zweifelhaftes Geschäft mit Impftourismus

Für 65.000 Euro mit dem Privatjet zum Impftermin in Florida. Solche Angebote finden sich derzeit bei Reisebüros und in elitären Zirkeln.

Dubai. Mit der Sehnsucht nach Impfstoffen wächst der Markt für fragwürdige Reiseangebote. Hala Baidun wollte in Dubai eigentlich nur ihre Schwester besuchen. Aber als deren Firma in der Golf-Metropole im Jänner zur Covidimpfung lud, versuchte die Libanesin spontan auch ihr Glück. „Sie kopierten unsere Pässe, nahmen unsere Daten auf, gaben sie in den Computer ein und impften uns.“

In einigen Ländern haben sich Schlupflöcher aufgetan für diejenigen, die das seit über einem Jahr wütende Coronavirus mit der doppelten Spritze hinter sich lassen wollen. Einige elitäre Zirkel und Reisebüros haben das erkannt und locken bereits mit dem Impfstoff, fragwürdige Anbieter auf dem Schwarzmarkt ziehen mit.

Ein regelrechter Impftourismus hat nicht nur in Dubai, sondern auch in Florida eingesetzt: In dem US-Bundesstaat konnten zeitweise auch Nicht-Anrainer das Vakzin erhalten. Das „Wall Street Journal“ zitierte ein Unternehmen in Kanada, dessen Kunden Tagesflüge nach Florida mit dem Privatjet anfragten. Kosten: Umgerechnet zwischen 20.000 und 65.000 Euro. In Großbritannien machte der exklusive Reise- und Lifestyle-Club Knightsbridge Circle von sich reden. Im Angebot hatte er Impfreisen in die Emirate und nach Indien. Wie lange das noch möglich sein wird, ist fraglich. Die Emirate beispielsweise impfen keine Touristen mehr, wie das Gesundheitsministerium dort bestätigte. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.02.2021)