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Affäre

Masken-Schwindel größer als gedacht

Informanten hinterfragen Hygiene-Standards.(c) Ernst Weingartner / picturedesk.com (Ernst Weingartner)
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Der Löwenanteil kam aus China. Auch die Hygiene-Standards werden laut Informanten in Frage gestellt.

Die mutmaßliche Umetikettierung chinesischer Masken hat anscheinend im größeren Stil stattgefunden als bisher gedacht. „Wir überprüfen die Bestellungen“, heißt es zur „Presse“ von einem Firmensprecher. Bisher hatte der ins Visier von Ermittlern geratene Maskenhersteller Hygiene Austria immer von Zukäufen aus China gesprochen, um nur die Nachfragespitze zu bewältigen.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall. Das Unternehmen soll Masken aus China mit Hilfe von Schwarzarbeitern umverpackt und als heimisches Produkt verkauft haben.

Löwenanteil der Masken aus China

Eine Zahl wollte die von Palmers und Lenzing gegründete Firma aus Wiener Neudorf bisher aber nicht nennen. Doch nun kursieren die ersten Mengenangaben in den Medien. Sie zeichnen ein ganz anderes Bild.

17 Masken aus China wären auf drei aus heimischer Produktion kommen, zitiert der Standard Ermittler. Damit wäre der Löwenanteil im Ausland produziert. Für diese Masken hat die Firma noch keine Prüfgutachten an die Öffentlichkeit gegeben. Sie seien laut einem Unternehmenssprecher von der Schweizer Firma SGS überprüft worden.

Der Firmensprecher weist die Zahlen gegenüber der „Presse“ zurück: „Kann ich nicht bestätigen. Nein.“

Fragwürdige Hygiene

Zugleich werden auch immer mehr Details zu den schweren Arbeitsbedingungen bekannt unter denen die Schwarzarbeiter die in China hergestellten Masken umverpacken mussten. Allein zwei Leute seien rund um die Uhr für die Überwachung abgestellt gewesen. „Falls wer komme“, erzählt eine Mitarbeiter dem „Standard“. Produziert wurde auf Hochtouren - Maschinen nie abgedreht. Deshalb habe es mindestens einen schweren Arbeitsunfall gegeben, der bei den Behörden als Haushaltsunfall gemeldet worden sei. Viele Arbeiter würden noch auf ihr Gehalt warten.

Zudem sei es in der Halle nicht hygienisch zugegangen. „Der Stoff für die Masken sei in Rollenform teils unverpackt auf dem dreckigen Boden gestanden.“ Handschuhe und Haarnetze sollen in der Halle nur getragen worden sein, wenn Politiker den Betrieb besuchten. Es habe eine klare Vorgabe dafür gegeben, wie die fremde mit der heimischen Maskenware vermischt werden sollte.

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