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Israel

Netanjahu, die Wahl und der Impf-Effekt

Das Image des Impfweltmeisters. Benjamin Netanjahu inszeniert sich im Wahlkampf als der Mann, der sein Land von dem Virus befreit hat.
Das Image des Impfweltmeisters. Benjamin Netanjahu inszeniert sich im Wahlkampf als der Mann, der sein Land von dem Virus befreit hat.REUTERS
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In Israel könnte das Kalkül des Premierministers wieder einmal aufgehen: Rechtzeitig zur Wahl am Dienstag, der vierten in 24 Monaten, sind mehr als die Hälfte der Israelis geimpft. Es herrscht gute Laune – und keine Wechselstimmung.

Spaziert man dieser Tage zur Abendzeit durch Tel Aviv, lässt sich leicht vergessen, dass es hier je eine Pandemie gegeben hat. In den Bars sitzen die Menschen dicht gedrängt, plaudern, lachen, trinken. Vor den Eingängen bilden sich lange Schlangen. Die Stimmung ist gelöst. „Es fühlt sich an, als wären wir aus einem langen Traum erwacht“, sagt eine junge Frau, die gerade zum ersten Mal nach langer Zeit wieder das Nachtleben genießt.

Israel im März 2021 ist ein anderes Land als noch im Jänner. Vor zwei Monaten steckte das Land im Lockdown, der dritten landesweiten Ausgangssperre, die die Regierung zur Eindämmung der Coronapandemie verhängt hatte. Tel Aviv, in sorgloseren Zeiten als Partymetropole bekannt, erschien wie eine Geisterstadt: Die Souvenirläden an der Strandpromenade, die billigen Boutiquen im Süden der Stadt, die eleganten Cafés im Norden, die unzähligen Bars mit ihren hohen Holztischen und Happy-Hour-Angeboten – alle verschlossen und verlassen.

Nun jedoch pulsiert die Stadt wie einst, vielleicht sogar noch mehr – so groß ist der Drang der Menschen, die Monate der erzwungenen Einsamkeit endlich hinter sich zu lassen.