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Pandemie

Italien verschärft wegen Delta-Variante Zutrittsregeln

REUTERS
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Wegen steigender Corona-Zahlen wird unter anderem für Museen oder Restaurants (Innenbereich) der „Grüne Pass“ verlangt. Premier Draghi ruft zum impfen auf und rügt indirekt Rechtspopulist Salvini.

In Italien steigt die Angst vor der Delta-Variante. Zur Eindämmung der zuletzt wieder stark zunehmenden Corona-Infektionen Immunitätsnachweise bei zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen verlangen. Gesundheitsminister Roberto Speranza teilt mit, dass ab 6. August der "Grüne Pass" benötigt werde, um beispielsweise Sportstadien, Fitnesscenter, Museen, Kinos, Schwimmbäder und Handelsmessen zu besuchen.

Auch für den Innenbereich von Restaurants müssten die Gäste das Zertifikat vorweisen. Es bescheinigt in Italien, dass eine Person mindestens einmal geimpft, negativ getestet oder genesen ist.

Diskotheken und Tanzlokale, die seit vergangenem August geschlossen sind, dürfen auch weiterhin nicht öffnen.

Notstand verlängert

Die italienische Regierung beschloss auch neue Kriterien zur Bewertung der epidemiologischen Lage in Italien. Bei der Bestimmung restriktiver Maßnahmen soll die Zahl der positiv Getesteten künftig weniger bis gar nicht und stattdessen viel mehr die Auslastung der Betten auf den Covid-19-Abteilungen in den Spitälern der Regionen berücksichtigt werden.

Italiens Regierung beschloss zudem die Verlängerung des Ausnahmezustands bis Jahresende. Die Regierung hatte den Notstand am 31. Jänner 2020 für sechs Monate ausgerufen, nachdem bei einem chinesischen Paar in Rom das neuartige Virus SARS-CoV-2 nachgewiesen worden war. Er war seitdem mehrmals verlängert worden. Auf dem Notstand basieren mehrere Verordnungen, die die Regierung zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ergriffen hat.

„Aufruf zum Sterben“ 

Der italienische Premier Mario Draghi rief die Italiener auf, sich sofort impfen zu lassen. Bisher haben zwei Drittel der Italiener im Alter von über 12 Jahren zumindest eine Impfdosis erhalten. Italien habe das Ziel erreicht, bis zum 20. Juli 60 Millionen Dosen zu verabreichen. 90 Prozent der Menschen im Alter von über 80 Jahren seien immunisiert.

Draghi hat nicht geimpfte Politiker gerügt, allen voran den Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, der sich gegen die Ausdehnung des Gesundheitspasses für den Zugang zu Museen, Kinos und Restaurants ausgesprochen und die Impfung jüngerer Menschen als nicht notwendig bezeichnet hatte. "Der Aufruf, sich nicht impfen zu lassen, ist ein Aufruf zum Sterben", mahnte Draghi bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Rom.

"Wenn Sie sich nicht impfen lassen, erkranken Sie und können sterben. Lässt man sich nicht impfen, infiziert man sich, steckt jemanden an und dieser stirbt", sagte Draghi. Er attackierte damit Rechtspolitiker, die sich nicht geschlossen hinter die Impfkampagne der Regierung gestellt haben. Salvini, dessen Partei Lega Draghis Regierungskoalition angehört, hatte die Impfung von Menschen unter 40 Jahren als nicht unbedingt notwendig bezeichnet. Auch Salvini selbst ist nicht geimpft.

(APA/ Reuters)