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Kollektivvertrag

Metaller-Einigung: Inflation treibt Löhne stark an

Inflation treibt auch Löhne stark an
Inflation treibt auch Löhne stark anAPA
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Der mit 3,55 Prozent höchste Abschluss bei den Metallern seit zehn Jahren ist auf die hohe Teuerungsrate zurückzuführen. Ob das Lohnplus seinerseits inflationstreibend wirkt, ist noch offen.

Wien. Nachdem im Krisenjahr 2020 die Lohnrunde bereits in der ersten Sitzung abgehandelt worden war, bedurfte es diesmal Warnstreiks in rund 350 Betrieben, damit die Vertreter von Arbeitgebern und Gewerkschaft am Wochenende zu einer fünften Verhandlungsrunde zusammenkamen. Herausgekommen ist dabei der höchste Kollektivvertrag-Abschluss seit zehn Jahren. So werden die Ist-Löhne in der metalltechnischen Industrie um 3,55 Prozent erhöht. Und traditionellerweise hat dieser Abschluss Vorbildwirkung für alle anderen Branchen.

Die Einigung

Grund für dieses starke Plus ist die aktuell hohe Inflationsrate, die laut Statistik Austria im Oktober bereits 3,6 Prozent betragen haben dürfte. Die Arbeitnehmervertreter wollten sich daher von Anfang an nicht mit der sonst üblichen Abgeltung der Teuerung der vergangenen zwölf Monate zufrieden geben. Diese lag bei lediglich 1,9 Prozent. Der neue Mindestlohn in der Branche steigt dadurch auf 2090 Euro brutto im Monat. Im Vorjahr gab es angesichts der Rezession infolge der Coronakrise nur 1,45 Prozent Lohnplus.

Doch sind 3,55 Prozent eigentlich hoch? Die Lohnerhöhungen orientieren sich traditionell an der „Benya-Formel“ (Inflationsrate plus ein angemessener Anteil am Produktivitätsfortschritt). Betrachtet man die zurückliegende Inflation der vergangenen zwölf Monate, so liegt die Lohnerhöhung deutlich über dieser.