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Julia Koci ist in New York aufgewachsen.
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Volksoper

Julia Koci als "Lady in the Dark"

Eine Powerfrau steht vor dem Burn-out und sucht Hilfe beim Psychoanalytiker: In Kurt Weills Musical „Lady in the Dark“ an der Volksoper singt Julia Koci die Titelrolle.

Liza Elliott ist Chefredakteurin eines großen Modemagazins in New York und hat mit Ende dreißig schon eine steile Karriere hingelegt. Doch ihre wohlorganisierte Welt gerät eines Tages ins Wanken, als sie, gepeinigt von Stresssymptomen, einen Nervenzusammenbruch erleidet. Sie sucht Hilfe bei Dr.  Brooks, einem Psychoanalytiker, der sie zur Erzählung ihrer Träume ermutigt. „Ich glaube eigentlich nicht an Psycho­analyse. Spielt das eine Rolle?“, fragt Liza Elliott zu Beginn. „Nein“, antwortet Dr. Brooks lakonisch. Kurt Weills Musical „Lady in the Dark“ setzt sich künstlerisch mit Freuds Traumdeutung auseinander, die in den 1940er-Jahren in New York gerade populär wurde. „Weill wollte kein lustiges, sondern ein dramatisches Musical machen“, weiß Julia Koci, die die Titelheldin in der Volksoper verkörpern wird. Das Stück ist, wenn es denn Premiere feiern kann, das erste Mal am Haus zu sehen. Es ist ein spritziges, schräges und unterhaltsames Werk mit mitreißenden Gesangsnummern („Oh Fabulous One“, „My Ship“, „One Life to Live“). Die Gesangstexte stammen von Ira Gershwin, dem Bruder von George Gershwin, das Buch schrieb Moss Hart. Der Autor verarbeitete im Stück auch eigene Erfahrungen seiner Psychoanalyse bei einem der führenden New Yorker Analytiker, Gregory Zilboorg. Bei Letzterem war auch George Gershwin Patient.


Liza erkennt dank der Psychoanalyse, dass in ihrer Kindheit traumatische Dinge passiert sind. Die Träume, die sie hat und in der Analyse schildert, werden als Shownummern dargestellt. „Die sind witzig, crazy, ausgefallen, verworren und merkwürdig“, erzählt Koci. Der Sängerin, die seit 2012 Ensemblemitglied der Volksoper ist, ist die Rolle quasi auf den Leib geschneidert. Denn Koci ist zwar in Wien geboren, sie wuchs aber in New York auf. Und auch mit dem Modebusiness kennt sie sich aus. „Meine Mutter war Modedesignerin in New York City. Sie machte unter anderem die Designs, die Karl Lagerfeld oder Carolina Herrera auf ihre Stoffe druckten. Sie war eine Powerfrau. Sie war mit mir und meinem Zwillingsbruder allein nach New York gegangen, zog uns allein auf und war auch da für uns. Sie brachte mich in die Tanzstunden und ging mit uns ins Theater. Das war möglich, weil sie freischaffend war und von zu Hause arbeitete.“