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Umfrage

Mehrheit der Bevölkerung für Impfpflicht und für Strafen

imago images/SEPA.Media
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In Österreich finden 63 Prozent Strafen für Impf-Verweigerer für vertretbar. In Deutschland sind zwei Drittel der Menschen für eine allgemeine Corona-Impfpflicht.

In der österreichischen Bevölkerung gibt es eine knappe Mehrheit für die von der Regierung angekündigte Impfpflicht. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek für ATV sind 53 Prozent dafür. Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) ist strikt gegen eine Impfpflicht, 13 Prozent sind unentschlossen. In einer anderen Umfrage befürworten 63 Prozent Strafen für Impfverweigerer.

Unter den Wählergruppen zeigen sich große Unterschiede: Während die große Mehrheit der ÖVP-Wähler (89 Prozent) und SPÖ-Wähler (75 Prozent) die Einführung der Impfpflicht begrüßen, sprechen sich 90 Prozent der FPÖ-Wähler gegen die geplante Einführung im Februar aus.

"Wenn man davon ausgeht, dass sich alle Unentschlossenen nicht ausschließlich für eine der beiden Optionen - dafür oder dagegen - entscheiden, so kann man aus heutiger Sicht von einer deutlichen Mehrheit pro Impfpflicht sprechen", fasst Hajek zusammen.

Das Meinungsforschungsinstitut Unique research hat wiederum für die aktuelle Ausgabe von "profil" erhoben, dass eine Mehrheit von 63 Prozent Strafen für ungeimpfte Personen für vertretbar hält. Befragt nach der Art der Sanktion können sich 34 Prozent einen Selbstbehalt bei einem Covid-Spitalsaufenhalt vorstellen. 23 Prozent sprechen sich für Verwaltungsstrafen aus, vier Prozent für ein Arbeitsplatzverbot und zwei Prozent wollen eine "andere" Sanktion. 29 Prozent der Befragten sprechen sich wiederum für gar keine Strafe bei Verweigerung der Impfpflicht aus, sieben Prozent machten keine Angabe.

Befragt wurden 500, die maximale Schwankungsbreite beträgt +/-4,4 Prozent.

Zustimmung für Impfpflicht in Deutschland

63 Prozent der Menschen in Deutschland, die sich bisher noch nicht haben impfen lassen, wollen das auch in Zukunft nicht nachholen. Das geht aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes INSA für die Zeitung "Bild am Sonntag" hervor, einem Vorabbericht zufolge. 20 Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen, 17 Prozent antworteten mit "weiß nicht/ keine Angabe".

Wie in Österreich ist auch in Deutschland eine umfassende Corona-Impfpflicht geplant. Der designierte deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat angekündigt, der Bundestag soll in den kommenden Wochen ohne Fraktionszwang über ein entsprechendes Gesetz abstimmen. Greifen könnte eine die Impfpflicht in Deutschland laut einem Entwurfspapier ab Februar 2022.

Zugleich befürworten fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland eine allgemeine Corona-Impfpflicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 63 Prozent dafür aus, alle Menschen in Deutschland zur Immunisierung gegen das gefährliche Virus zu verpflichten. Nur 30 Prozent sind dagegen, 7 Prozent machten keine Angaben.

Damit hat sich die Stimmung seit Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland vor knapp einem Jahr gedreht. Wenige Tage nach der ersten Impfung am 26. Dezember vergangenen Jahres hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen. Auch die scheidende Bundesregierung aus CSU/CSU und SPD hatte eine allgemeine Impfpflicht lange Zeit abgelehnt.

Italien: Ungeimpfte sind "letzte Japaner"

Während Italien am Montag die Corona-Regeln erneut verschärft, hat ein Minister die nicht geimpften Bürger mit japanischen Soldaten verglichen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Dschungel weiterkämpften: "Die große Mehrheit der Italiener hat sich für die Impfung entschieden, und die letzten Japaner, die noch in irgendeiner Ecke der italienischen Plätze demonstrieren, werden von den Schmähungen des Volkes, der Kälte und der Einsamkeit verfolgt", so Renato Brunetta.

Der Minister für öffentliche Verwaltung Brunetta äußerte sich in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". In Italien sind laut jüngsten Schätzungen der Gesundheitsbehörden rund 6,8 Millionen Personen ungeimpft.

Laut Brunetta besteht die Strategie der italienischen Regierung darin, eine Rate von 90 Prozent bei den zweifach Geimpften zu erreichen, die Zahl der Ungeimpften so weit wie möglich zu begrenzen und für diejenigen, die sich nicht impfen lassen, die Beschränkungen strikt einzuhalten. Brunetta begrüßte, dass sich dank der am Montag in Kraft tretende Restriktionen viele Italiener einer Erstimpfung unterzogen hätten. Auch die Immunisierung mit der dritten Dosis schreite zügig voran.

Italien verschärft ab Montag noch einmal die Regeln für Ungeimpfte. Bereits seit August muss beim Aufenthalt in Restaurants, Museen, Kinos, Theatern und bei Sportveranstaltungen der sogenannte "Green Pass" vorgezeigt werden. Er gilt als Nachweis für eine überstandene Corona-Infektion, eine Impfung oder ein negatives Testergebnis. Ab dem 6. Dezember gilt in diesen Einrichtungen die 2G-Regel, dafür ist ein "Super Green Pass" erforderlich.

Ab dem 15. Dezember müssen sich auch das Schulpersonal sowie Polizisten, Soldaten, Rettungskräfte und Angestellte in der Gesundheitsverwaltung gegen Covid-19 impfen lassen. Das Gesundheitspersonal, für das schon seit April eine Pflicht galt, benötigt eine Auffrischungsimpfung. Mehr als 87 Prozent der Menschen über zwölf Jahren haben in Italien laut Gesundheitsministerium mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Auffrischungsimpfung ist fünf Monate nach der zweiten Dosis möglich.

Die neuen Einschränkungen der Regierung erschweren den Alltag vor allem für die Ungeimpften. Seit dem 15. Oktober gelten in Italien bereits 3G-Regeln am Arbeitsplatz. Die Regelung wird nun auch auf Hotels, den öffentlichen Nahverkehr sowie Regionalbahnverkehr erweitert. Bisher musste man nur im Fernverkehr nachweisen, geimpft, negativ getestet oder genesen zu sein.

 

(APA)