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ORF

FPÖ greift ORF-Redakteurin Simone Stribl an

Personalentscheidungen: Lou Lorenz-Dittlbacher wird ORF-III-Chefredakteurin, Margit Laufer wechselt in die ?ZIB 2?
Simone Stribl(c) ORF (Thomas Ramstorfer)
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Simone Stribl stellte dem Innenminister eine unangenehme Frage zum Verhalten von Polizisten bei den Anti-Coronamaßnahmen-Demos. Nun fordert die FPÖ eine Entschuldigung.

Neu ist die Aversion der FPÖ gegen den ORF nicht, nun hat sie wieder frische Nahrung bekommen. Zum Anlass nimmt die Partei eine Frage von Redakteurin Simone Stribl an Innenminister Gerald Karner (ÖVP) im Pressefoyer nach dem Ministerrat. Der Hintergrund: In den sozialen Medien machte ein Video die Runde, indem zu sehen war, wie Polizisten vergangenen Samstag für Fotos mit Demonstranten bei einer Anti-Coronamaßnahmen-Demo in Wien posieren – alle ohne FFP2-Maske. Die Wiener Polizei kennt das Video, es wurde zur Überprüfung weitergeleitet. Stribl befragte deshalb Karner nach dem Verhalten der Polizei bei den Demos: „Was tun Sie mit diesen Polizisten, die Sympathien für Verschwörungstheorien, Coronaleugner etc. haben?“ wollte sie vom Minister wissen. Polizisten hätten Rechte und Pflichten und wo gegen Dienstvorschriften verstoßen werde, würde dies geahndet, antwortete der Minister.

FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker ortete Regierungspropaganda und wünscht sich vom neuen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ein klärendes Gespräch mit der Redakteurin sowie "eine öffentliche Entschuldigung für die Verunglimpfung der hunderttausenden Demo-Teilnehmer durch den ORF".

ORF-TV-Chefredakteur Matthias Schrom-Kux wies die Vorwürfe der FPÖ entschieden zurück. Stribl sei eine "erfahrene, unabhängige und preisgekrönte" Innenpolitik-Journalistin. Dass sie für die Ausübung ihres Berufes von einer Partei angegriffen werde, zeuge von einem bemerkenswerten Verständnis von Journalismus: "Gerade in Zeiten vieler Falschinformationen und Fake News ist faktenbasierte Information ein sehr wertvolles Gut, weshalb sich die ORF-Information höchster Publikumszufriedenheit erfreut." Schrom weist den Versuch, ORF-Journalisten vorzugeben, welche Frage sie zu stellen haben und welche nicht, "entschieden zurück".

Auch der ORF-Redakteursrat wandte sich gegen die "Einschüchterung" durch die FPÖ: "Vorwürfe wie 'Regierungshörigkeit' sind absurd und werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Mit der Forderung nach disziplinären Konsequenzen für eine untadelige Journalistin hat der FPÖ-Abgeordnete selbst eine rote Linie überschritten", hieß es in einer Aussendung.

>> Die Fragerunde zum Nachsehen

 

(APA/her)