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Filmfestival

Berlinale: Mit Fassbinder in der Berliner Kinokammer

Die Schalen schön, die Seelen schwer: Denis Ménochet und Isabelle Adjani in "Peter von Kant".(c) C. Bethuel / FOZ
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Am Donnerstag eröffnete die 72. Berlinale mit François Ozons Fassbinder-Remake "Peter von Kant". Und zwar in Präsenz, was nicht allen gefällt. Stars bleiben aus, dafür ist Österreich mit Ulrich Seidls "Rimini" im Wettbewerb.

Disziplin, meint Margit Carstensen in Rainer Werner Fassbinders "Die bit teren Tränen der Petra von Kant" (1972), könne auch etwas Schönes sein. Klar. Aber nur dann, wenn sie mit Spaß verbunden sei, erwidert die von ihr umworbene Hanna Schygulla. Zwischen Zucht und Zügellosigkeit zappelt auch die Berlinale, die am Donnerstag mit einem französischen Remake des Fassbinder-Klassikers eröffnete. Allerdings ist diese Wechselspannung in Berlin nicht erotisch aufgeladen, sondern coronabedingt. Omikron liegt noch in der Luft, neue Varianten lugen um die Ecke, doch das prominente deutsche Filmfestival wagt die Öffnung. Ein wichtiges Zeichen für die Filmkultur, meinen die Intendanten Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Blanker Wahnsinn, meinen manche Medien. Wie soll das bitte clusterlos über die Bühne gehen, mit internationalen Gästen, vollen Kinosälen, Pressekonferenzen?

Im Festivalbereich rund um den Potsdamer Platz köchelt die Debatte bislang recht geräuscharm vor sich hin. Schließlich ist alles eingedampft und schaumgebremst, die Platzkapazitäten in den Kinos wurden reduziert, Pressevorführungen auf mehrere Säle verteilt. Laut dem Verband der deutschen Filmkritik erwartet das publikumsorientierte Festival heuer weit weniger Presse-Akkreditierte als üblich. Und die 2-G-plus-Politik wird streng kontrolliert. Freie Bahn für disziplinierten Spaß!