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Porträt

Wladimir Iljitsch Lenin: Der Mann, den Putin hasst

Umbenannte Straßen, abgerissene Statuen und eine goldene Kloschüssel: Lenin, Gründer der Sowjetunion, polarisiert – auch knapp 100 Jahre nach seinem Tod. Nicht nur in der Ukraine.

„Hängt den Kommunisten“, war auf den Straßen von Kiew zu hören. Gerichtet waren die Worte gegen Wladimir Iljitsch Lenin. Zeitgleich wurden Seile um den Körper des einstigen Revolutionärs geschlungen und festgezogen - bis die Gründerfigur der Sowjetunion wie in Zeitlupe rücklings auf den Boden der ukrainischen Hauptstadt stürzte. Dort trafen die dreieinhalb Meter große Statue Hammer- und Axthiebe, bevor eine goldene Kloschüssel auf dem freigewordenen Podest installiert wurde.

Zugetragen haben sich die Szenen nicht etwa am 21. Februar 2022, jenem Tag, an dem Wladimir Putin in einer Fernsehansprache die von pro-russischen Milizen geführten ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk als unabhängig anerkannt und Truppen dorthin entsandt hatte. An dem er erklärte, dass die Ukraine nicht mehr als ein „Geschenk“ Lenins sei, um gleichsam seinen Abneigung für diesen Mann zum Ausdruck zu bringen, in dem er einen Verräter sieht, der Russland in einen Bürgerkrieg stürzte, als es noch mitten im Krieg gegen das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn stand.

Tatsächlich ereignete sich der Statuensturz im Dezember 2013 aus Protest gegen den kremlfreundlichen Kurs der Regierung. Und markiert keinen Einzelfall: Etliche nach Lenin benannte Straßen wurden in den vergangenen Jahren umbenannt, mehr als 500 Denkmäler des Revolutionsführers beschädigt oder gefällt. Und ein eigener Name für die Aktionen geschaffen: „Leninopad.“ Leninfall.

Doch wer war der Mann, der entweder gehasst oder als Ikone gepriesen wird?

(c) David Mdzinarishvili / Reuters