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Ukraine-Krieg

"Ein Hotel, eine Familie": Schellhorn startet Flüchtlingsprojekt

"Im freien Europa gibt es hunderttausende Hotels. Wenn jedes Hotel für nur eine einzige schutzsuchende ukrainische Familie die Türen öffnet", könnte man das Unterkunftsproblem lösen, überlegt Sepp Schellhorn - und startet eine Hotelinitiative für Flüchtlinge. (Archivbild)
"Im freien Europa gibt es hunderttausende Hotels. Wenn jedes Hotel für nur eine einzige schutzsuchende ukrainische Familie die Türen öffnet", könnte man das Unterkunftsproblem lösen, überlegt Sepp Schellhorn - und startet eine Hotelinitiative für Flüchtlinge. (Archivbild)Die Presse/Clemens Fabry
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Der Bund dürfe sich „nicht aus der Verantwortung“ nehmen, meint unterdessen die SPÖ und fordert eine Aufstockung der humanitären Hilfe.

Der Salzburger Hotelier und frühere Neos-Abgeordnete Sepp Schellhorn hat eine europaweite private Initiative gestartet, um Flüchtlinge aus der Ukraine in Hotels zu beherbergen. Unter dem Slogan "one hotel one family" soll jeder teilnehmende Betrieb eine ukrainische Familie aufnehmen, hieß es am Dienstag in einem Bericht von ORF Salzburg. Die Zimmer sollen für die öffentliche Hand und die Flüchtlinge kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

In noch nicht einmal 48 Stunden haben an die 50 Hoteliers aus Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz ihre Teilnahme an dem Projekt zugesagt, erklärte Schellhorn am Dienstag. Bei insgesamt rund 60.000 Beherbergungsbetrieben in Österreich werde es wohl gelingen, ein erkleckliche Anzahl an Flüchtlingen unterzubringen. Dann sei das Unterkunftsproblem schnell gelöst.

"Der Gedanke ist, wir versuchen dezentral zu integrieren und wollen ein Zeichen für ein vereintes Europa setzen." Es sollten keine Fehler mehr wie bei der Flüchtlingswelle 2015 gemacht werden. "Meine Intention ist, es so zu schaffen wie damals im Jugoslawienkrieg", sagte Schellhorn.

„Eine Familie pro Betrieb fällt kaum ins Gewicht“

Der Pongauer Hotelier hat auch in sozialen Medien um Mithilfe gebeten: "Im freien Europa gibt es hunderttausende Hotels. Wenn jedes Hotel für nur eine einzige schutzsuchende ukrainische Familie die Türen öffnet: Dann sind wir Europa! An alle, die Hotels, Pensionen oder andere Unterkünfte betreiben: Wenn ihr Zimmer frei habt, meldet Euch bei: ukraine@1hotel1family.eu", postete er auf Instagram.

Zwei eigene Mitarbeiter seien für die Verteilung auf die Betriebe beauftragt, sagte Schellhorn zum ORF. "In Wien bauen sie gerade die Strukturen auf und vernetzen uns zu den öffentlichen Institutionen." Die private Initiative solle nicht dazu dienen, leere Hotelbetten zu füllen. Es solle auch kein Steuergeld vom Staat für Unterbringung und Verköstigung angegriffen werden. "Natürlich ist es kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Wenn jedes Hotel eine Familie nimmt, dann fällt das überhaupt nicht ins Gewicht. Wir sollten hier großzügig sein."

SPÖ fordert Aufstockung humanitärer Hilfe

Die SPÖ hat unterdessen eine deutliche Aufstockung der humanitären Soforthilfe Österreichs für die Ukraine gefordert. Vizeklubchef Jörg Leichtfried rief die Bundesregierung am Dienstag auf, die Hilfe "rasch und massiv zu erhöhen". In einer Aussendung nannte Leichtfried keinen konkreten Betrag. Bisher sind 17,5 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds bereitgestellt worden.

Leichtfried wies darauf hin, dass die UNO allein für die ersten drei Monate einen Bedarf an über 1,1 Milliarden Dollar an humanitärer Soforthilfe in der Ukraine sieht. Weitere Mittel brauche es für Flüchtlinge in den Nachbarländern. Leichtfried forderte weiter, dass sich Österreich auf ankommende Flüchtlinge vorbereiten müsse. Was die Zivilgesellschaft, NGOs, Gemeinden und Bundesländer "hier wieder leisten", sei "fantastisch", so der steirische Abgeordnete. "Aber auch der Bund darf sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen", so Leichtfried.

(APA)