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Leitartikel

Die EZB kann sich nicht mehr vor der Inflation verstecken

ECB President Christine Lagarde holds news conference following Governing Council's monetary meeting, in Frankfurt
EZB-Chefin Christine Lagarde: Die Zentralbank reagiert auf die jüngsten Teuerungsschübe.REUTERS
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Finanzkrise, Coronakrise, Ukraine-Krieg – das wollte man nicht auch noch durch höhere Zinsen befeuern. Doch nun droht die Inflation zu eskalieren.

Zugegeben: Die Lage ist momentan wirklich verzwickt. Mitten in einer Krise, in der geldpolitische Lockerungen und staatliche Ausgabenfreudigkeit guttäten, droht die Inflation aus dem Ruder zu laufen, die man normalerweise mit geldpolitischer Straffung bekämpft. Was kann die Europäische Zentralbank (EZB) da tun?

Für ihre Verhältnisse hat die EZB am Donnerstag nahezu falkenhaft auf die jüngsten Teuerungsschübe reagiert: Man will mit dem Kaufen von Staatsanleihen („Gelddrucken“) bereits im dritten Quartal aufhören, also früher als gedacht, danach könnte bald die erste Leitzinserhöhung folgen. Derzeit liegt der Leitzins noch bei null Prozent. Auch erwartet die EZB für heuer nun eine Inflationsrate von 5,1 Prozent, noch im Dezember war man von 3,2 Prozent ausgegangen. Das liegt doch deutlich über dem ohnehin schwammig formulierten Ziel von „mittelfristig zwei Prozent“. Die Notenbank scheint das Problem auch nicht mehr für ganz so „temporär“ zu handeln, wie sie das bisher getan hat.