Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Software-Konzern

SAP zieht sich wegen Ukraine-Krieg aus Russland zurück

Der deutsche Softwarekonzern stoppt alle aktuellen Verläufe und stellt den Cloud-Betrieb in Russland ein. Auch die Deutsche Telekom verlässt den russischen Markt.

Der deutsche Softwareriese SAP zieht sich vier Wochen nach Beginn des Ukraine-Kriegs nun doch komplett aus Russland zurück. "Wir halten an unserer Verpflichtung fest, die Ukraine zu unterstützen, indem wir alle Verkäufe stoppen und den Cloud-Betrieb in Russland einstellen", teilte der Walldorfer Dax-Konzern am Donnerstag mit. Die internationalen Sanktionen würden vollständig umgesetzt. Auch die Deutsche Telekom hat die Software-Entwicklung in Russland eingestellt.

Der Schritt von SAP war unter anderem vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefordert worden, der SAP sowie Microsoft und Oracle dazu bereits vor rund zehn Tagen aufgerufen hatte. Bisher hatte SAP-Chef Christian Klein davor zurückgeschreckt. In einem Interview hatte Klein darauf verwiesen, SAP unterstütze Unternehmen, "die für Bürgerinnen und Bürger von entscheidender Bedeutung sind". Die Sanktionen würden diese Firmen bewusst ausklammern. "Sollen wir jetzt als SAP sagen: Wir wissen es besser und ziehen uns noch mehr zurück?"

Anfang März hatte SAP bereits erklärt, sich den Sanktionen anzuschließen und das Neugeschäft in Russland wie auch Belarus einzustellen. Das beinhaltete allerdings nicht Dienstleistungen gegenüber Bestandskunden wie Wartungen oder Cloud-Dienste, die zunächst weiter angeboten wurden. Medienberichten zufolge soll diese Entscheidung intern von Mitarbeitern kritisiert worden sein.

Aeroflot und Sberbank gehörten zu Kunden

SAP macht nicht öffentlich, wie groß das Geschäft in Russland ist. Aus dem Integrierten Bericht 2019 - den letzten verfügbaren Daten - geht hervor, dass die russische Tochtergesellschaft unkonsolidiert im Jahr knapp 483 Millionen Euro umsetzte. Zu den Kunden gehören früheren Angaben zufolge die Fluggesellschaft Aeroflot und das Kreditinstitut Sberbank.

Auch die Deutsche Telekom zieht sich wegen des Ukraine-Kriegs aus Russland zurück. Man stelle die Tätigkeiten in dem Land ein, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mit. Die Telekom hat in Sankt Petersburg einen großen Standort zur Software-Entwicklung sowie zwei kleinere Ableger in anderen russischen Städten mit insgesamt rund 2000 Beschäftigten, die Dienstleistungen für Kunden außerhalb Russlands erbringen. Zu Unternehmen in dem Land hat die Telekom nach eigenen Angaben keine Geschäftsbeziehungen.

Man habe den dortigen Beschäftigten angeboten, außerhalb Russlands weiterzuarbeiten. "Viele Mitarbeitende haben diese Möglichkeit genutzt und das Land verlassen." Die Arbeit, die bisher in Sankt Petersburg verrichtet wird, wird auf andere Standorte in anderen Staaten verlagert. Man habe sichergestellt, "dass wir die Dienstleistungen für unsere internationalen Kunden bestmöglich ohne den Standort in Russland aufrechterhalten", hieß es in der Mitteilung. Die Deutsche Telekom hat weltweit rund 217.000 Beschäftigte.

(APA)