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Nicht nur Europa versucht, sich aus der übermäßigen Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu befreien (Archivbild).
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Rohstoffe

Bei Gas und Öl ist Russland Europa total und dramatisch ausgeliefert

Nicht nur Europa findet kaum Alternativen zu russischem Öl und Gas. Auch Russland könnte bei einem Embargo kaum einen Ersatz für den europäischen Markt finden. Das hat mehrere Gründe. Vor allem aber einen - und der ist folgenschwer.

Zuletzt also Indien. Mitten im Ukraine-Krieg hat der nach China bevölkerungsreichste Staat mitgeteilt, dass er insbesondere auch mehr russisches Öl importieren wolle. Dies sei im Interesse der Energiesicherheit, sagte Finanzministerin Nirmala Sitharaman Ende voriger Woche zu einem TV-Sender. Russisches Öl sei derzeit ja billig. „Warum sollte ich es nicht kaufen? Ich brauche es für mein Volk.“ Ein Volk, das ein Freund Russlands sei, wie Außenminister Sergej Lawrow gleichzeitig erklärte.

Lawrow, sonst mit politischen Agenden überfrachtet, ist aktuell auch in Sachen Wirtschaft unterwegs. Angesichts der Verwerfungen mit dem Westen versucht nämlich nicht nur Europa, sich aus der übermäßigen Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu befreien – und denkt für „früher oder später“ sogar an Importbeschränkungen, wie EU-Ratspräsident Charles Michel am Mittwoch überraschend sagte. Auch Russland sucht neue Abnehmer und Wege, um sich aus der übermäßigen Abhängigkeit von europäischen Kunden, dem lukrativsten Markt, zu befreien.

Das ist beiderseits leichter gesagt als getan. Nicht zufällig schrecken einige EU-Staaten vor einem folgenschweren Importembargo zurück.