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Interview

Martin Kušej: „Ich hatte Angst wegen meines schrecklichen Kärntner Dialekts“

In frühester Kindheit erwachte in Theatermacher Martin Kušej „eine Gier nach Büchern“.
Die Presse / Clemens Fabry
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Der Burgtheater-Direktor hat ein Buch verfasst: „Kušej. Hinter mir weiß“. Ein Gespräch über Katholizismus, Kärnten, vor allem aber über die große Liebe zur Bühne.

Die Presse: „Buh" ist das erste Wort in Ihrem Buch. Damit beginnt Kapitel 1, „Provokation". Welche Arten von Buhrufen haben Sie in Ihrer Karriere als Regisseur erlebt, welche haben besonders geschmerzt?

Martin Kušej: Ich habe überhaupt kein Problem, wenn jemand Missfallen äußert oder ihm nicht gefällt, was ich mache. Das Buh selber schmerzt, weil es ein hässlicher Laut ist. Ich würde so was nie benutzen, auch wenn ich etwas noch so schlecht und schrecklich fände. Negative Kritik oder Ablehnung sind Teil der Kommunikation, aber lieber ist mir natürlich, wenn man meine Arbeit schätzt. Die Buhrufe eben erst im Jänner bei der „Tosca" im Theater an der Wien, auf die ich mich in meinem Buch beziehe, waren vergleichsweise lustig und wirklich nicht massiv. Da hatte ich bei meinem „Fidelio" in Stuttgart oder im Stadttheater Klagenfurt zu „Kabale und Liebe" ganz andere negative Reaktionen. In Graz gab es einmal bei Peter Roseis „Tage des Königs" fast eine Saalschlacht, und Leute waren außer sich vor Wut. Bei „Tosca" war mir klar, dass die Inszenierung auch auf Ablehnung stoßen würde. Sie war viel zu weit weg vom erwartet Traditionellen.

Sie haben vor gut 35 Jahren ein Stück geschrieben. „Sprache – Zeit – Begegnung", das in Kärnten Aufsehen erregte. Warum ist es das einzige Drama bisher geblieben?