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Energie

Ruf der Industrie nach Atomkraft wird lauter

Die hohen Energiepreise führen dazu, dass Industrielle das Tabuthema Atomkraft offen ansprechen.

Wien. Vereinzelt, aber immer öfter sorgen Industrielle sehr zum Missfallen von Politik und Wirtschaftsverbänden mit ihrem Ruf nach einer Diskussion über Atomenergie für Aufregung. Nun ist es der oberösterreichische Industrielle Axel Greiner, der zum „Kurier“ gesagt hat: „Es ist an der Zeit, auch Kernkraft wieder in Betracht zu ziehen.“ Greiner ist auch Präsident der Industriellenvereinigung in Oberösterreich. Das macht die Sache brisant.

Schnurstracks relativierte die IV in Wien: „Die IV nimmt die ablehnende Position der österreichischen Bundesregierung zu Atomenergie in Österreich zur Kenntnis“, hieß es vom Schwarzenbergplatz. Ein klares Statement sieht aber anders aus. In der Wirtschaftskammer umschifft man das Thema und fordert einen unbürokratischen Ausbau erneuerbarer Energien.

Greiner ist nicht der erste Industrielle, der im Zuge steigender Energiekosten dieses Tabuthema anspricht. Auch Porr-Chef Karl-Heinz Strauss sagte im Herbst in der „Presse“, er halte es „für fahrlässig, dass wir uns nicht einer seriösen Diskussion in Sachen Atomenergie stellen“.
In Österreich gibt es ein Atomsperrgesetz im Verfassungsrang. Es ist nur mit Zweidrittelmehrheit veränderbar. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2022)