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Wiener Originale

Christl Schönfeldt: Eine Grande Dame als Opernball-Gräfin

25 Jahre lang organisiert Christl Schönfeldt das glänzende gesellschaftliche Ereignis Wiens. Voller Esprit, Stil und Souveränität. Mit 96 Jahren besucht sie zum letzten Mal den großen Ball.

Kabarettstar Helmut Qualtinger hat für seine practical jokes, über die ganz Wien lacht, immer wieder gute Ideen.

Eines Nachts ruft er bei der Opernballgräfin Christl Schönfeldt an. Mit verstellter Stimme, als durch die Klatschspalten bekannter Industrieller aus Brasilien, als Signor Francisco Pignatari. Obwohl längst Ende sechzig, nennt er sich selbst liebevoll Baby Pignatari. Er benötige eine Loge für den restlos ausverkauften Opernball, fleht er deren Organisatorin an. Er wolle Wien, Wein und Walzer in Begleitung seiner Geliebten Ira von Fürstenberg genießen, aber vor allem auch Geschäfte mit der verstaatlichten Industrie finalisieren.

BallmutterSchönfeldt reserviert dem schwerreichen Unternehmer die erste Loge rechts neben der Regierungsmittelloge. Ein Sektionschef des Innenministeriums muss diese samt Entourage für den Gast aus Südamerika räumen. Der Beamte beschwert sich bei seinem Minister: „Also wirklich, Pardon, ein Skandal! Für ein Baby aus dem Urwald muss i' mei' Loge hergeben!“ Am nächsten Morgen klärt sich Qualtingers Spaß auf . . .

Christl Schönfeldt
Christl SchönfeldtIllustration: Peter Sengl

Eleganz und Extravaganz prägen schon immer den glänzenden gesellschaftlichen Höhepunkt Wiens – den Opernball. Ein Vierteljahrhundert lang organisiert Christl Schönfeldt das rauschende Fest. Voller Esprit, Stil und Souveränität entwickelt sie sich zur längstdienenden Opernballmutter. Eine Grande Dame.