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Bürokratie

Hackerangriff in Kärnten: Ein Drittel der Systeme läuft noch nicht

Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Cybercrime-Experte Cornelius Granig
Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Cybercrime-Experte Cornelius GranigAPA/GERT EGGENBERGER
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Die Ausstellung von Reisepässen und Führerscheinen, Auszahlungen und die Systeme Kagis und Sokrates funktionieren wieder.

Genau einen Monat nachdem Hacker die Kärntner Landesverwaltung lahmgelegt hatten, funktionieren noch immer nicht alle Programme im Landesdienst. Wie Landessprecher Gerd Kurath am Freitag vor Journalisten sagte, laufen von den insgesamt 124 Applikationen 86 bereits wieder: "Vor allem jene, die wir für den Service direkt am Bürger benötigen." Der Berater des Landes in dieser Causa, Cornelius Granig, befürchtet in Zusammenhang mit Datenleaks auch Desinformation.

Laut Kurath funktionieren die Ausstellung von Reisepässen und Führerscheinen, Auszahlungen, das geografische Informationssystem Kagis und das Bildungsverwaltungsprogramm Sokrates bereits wieder. Auch die Telefonvermittlung ist seit einigen Tagen wieder in Betrieb, ebenso wie die Landtagsverwaltung und das System des Landesverwaltungsgerichts, auch die Grundversorgung für Flüchtlinge kann wieder ausgezahlt werden.

Wenig Neues gab es zu den - am vergangenen Freitag erneut - geleakten 5,6 Gigabyte Daten, die die Hacker bei ihrem Angriff kopiert hatten. Kurath wiederholte, dass darunter 112 Reisepasskopien waren, die authentisch seien. Berichte, dass manche Inhaber der geleakten Pässe noch nicht vom Land kontaktiert wurden, stellte er nicht in Abrede: "Dass das länger dauert, hat den Grund, dass die Daten zum Teil verschlüsselt sind." Außerdem müsse man ein bestimmtes Prozedere nach der Datenschutzgrundverordnung befolgen.

250 Gigabyte an Daten (zumindest) ausgelesen

Das Land Kärnten hatte bestätigt, dass die Hacker insgesamt 250 Gigabyte an Daten zumindest ausgelesen hatten. Ob die 5,6 Gigabyte, die die Hacker bisher veröffentlicht haben, alles waren, was sie kopieren konnten, darauf wollte sich Kurath nicht festlegen - das wüssten derzeit nur die Hacker.

Granig wiederholte seine Ausführungen rund um die Hacker-Gruppe "Black Cat", die er in russischen Strukturen verankert sieht. Kärnten passe gut in die Strategie Russlands, den Westen zu destabilisieren oder Geld zu erpressen. Hinzu komme noch das Feld der Desinformation, so Granig: Es könne gut sein, dass Daten, die gestohlen wurden, bei der Veröffentlichung durch die Hacker mit Desinformation ergänzt werden, damit "der Bürger nicht mehr weiß, was richtig ist und was falsch".

Ob nun durch die Hackergruppe "Black Cat", die sich zum Angriff auf die Kärntner Verwaltung bekannt hat, eine direkte Beteiligung des russischen Staates gegeben ist, sei unklar, so Granig. Es sei aber so, dass der russische Präsident Vladimir Putin diese Art der Cyberangriffe "ausdrücklich duldet und forciert. Damit gehen wird davon aus, dass die Hacker im Umfeld des staatlich gewollten Cyberkriegs der Russen sind".

(APA)