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Interview

Long Covid-Experte: "Wir müssen jetzt handeln"

Schon geringste körperliche Betätigungen können zu Erschöpfung und Atemnot führen. Frauen sind im Übrigen doppelt so häufig von Long Covid betroffen wie Männer.
Schon leichte körperliche Betätigungen wie etwa Spazierengehen und Radfahren können zu Erschöpfung und Atemnot führen. Frauen sind im Übrigen doppelt so häufig von Long Covid betroffen wie Männer.(c) Alex Halada / picturedesk.com
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Die hohe Zahl an Long Covid-Betroffenen „wird uns möglicherweise noch auf den Kopf fallen“, sagt Neurologe Michael Stingl. Er ortet mangelndes Problembewusstsein in Österreich und fordert mehr Anlaufstellen sowie Therapiestudien.

„Das Bewusstsein für die weitreichenden Auswirkungen von Long Covid fehlt, die Erkrankung wird zu selten thematisiert“, sagt der auf Long Covid und das Chronische Fatigue Syndrom (CFS, Chronisches Erschöpfungssyndrom) spezialisierte Wiener Neurologe Michael Stingl. Üblicherweise komme Long Covid nur dann zur Sprache, wenn darauf hingewiesen wird, dass die Impfung zu einer Verringerung des Risikos dafür führt. Es gebe viel zu wenig Therapieangebote und Therapiestudien, um den Betroffenen rasch zu helfen und herauszufinden, welche Behandlungen am effektivsten sind.

„Patienten warten in den Spezialambulanzen teilweise mehrere Monate auf Therapieplätze – sofern sie überhaupt einen bekommen“, sagt Stingl. In anderen Ländern wie etwa den USA, Großbritannien und Australien sei das Problembewusstsein deutlich höher. Dort werde auch mehr Geld in Forschung investiert.

Der Neurologe im Interview.

Die Presse: Omikron und seine Untervarianten beherrschen das Infektionsgeschehen schon seit Jahresbeginn. Liegen mittlerweile belastbare Daten vor, in welchem Ausmaß sie zu Long Covid führen können?