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Unternehmen mit Verantwortung

Ultraleichte Raketen-Teile aus Oberösterreich

Dieter Grebner(c) Hermann Wakolbinger
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Dieter Grebner hat mit Peak Technology einen Hidden Champion der heimischen Weltraumbranche aufgebaut.

Auch wenn das wenigen bekannt sein mag: Österreich hat seine eigene Weltraumindustrie. Und heimische Unternehmen haben im Orbit Nischen besetzt, wo sie weltweit führend sind. Ein Beispiel ist Peak Technology mit Sitz im oberösterreichischen Holzhausen, unweit von Wels. Mehr als 120 Mitarbeiter beschäftigt Peak Technology inzwischen, angefangen hat alles vor etwa 15 Jahren. Dieter Grebner hatte sich 2007 mit ein paar Freunden eine Tischlerei gemietet. Damals stellte das Unternehmen noch einfache Dinge im Bereich Leichtbau und Motorsport her. Grebner kamen damals auch seine Kontakte aus der Formel 1 zugute, die er als Mechaniker im Sauber-Team gemacht hatte.

Weil Motorsport aber projektgetrieben ist und der studierte Maschinenbauer auf der Suche nach langfristigen Aufträgen für sein Unternehmen war, suchte er nach anderen Sektoren – und fand die Raumfahrt. Die Oberösterreicher bemühten sich um Aufträge aus der europäischen Raumfahrtbranche.

Mit dem Zuschlag von Avio – die Italiener stellen die Trägerrakete Vega her – verbesserte sich die Auftragslage deutlich. Heuer im Frühjahr sicherte sich Peak Technology auch einen Auftrag für die Ariane 6, die neben Vega zweite bedeutende europäische Trägerrakete. Die Oberösterreicher haben sich im Wettbewerb gegen die europäische Konkurrenz durchgesetzt, Peak Technology produziert nun die Heliumtanks der Trägerrakete.

Grebner, Geschäftsführer und Eigentümer von Peak Technology, investiert seit Jahren sämtlichen Gewinn in die Raumfahrt, wie er sagt. Ein Markt, in dem laut Experten von Morgan Stanley das jährliche Geschäftsvolumen von zuletzt rund 350 Milliarden US-Dollar bis 2040 auf mehr als eine Billion Dollar ansteigen könnte. Peak Technology will an diesem Milliardenmarkt teilhaben, zuletzt betrug der Umsatz etwa 15 Millionen Euro.

Es sei wichtig, dass Österreich im Weltall nicht den Anschluss verliert, betonte Grebner unlängst gegenüber der „Presse am Sonntag“: „Wenn eine Technologie entwickelt ist und funktioniert, braucht man nicht mehr in diesen Markt reingehen.“ In Österreich würden viele Menschen bei Weltraumindustrie – insbesondere bei Raketen – oft an bemannte Raumfahrt und Weltraumtourismus für Schwerreiche denken. Dabei sei der Ausbau im Orbit zentral auch für die Klimapolitik. Klimatracking, Erdbeobachtung und etwa Waldbrand-Früherkennung seien ohne Satelliten nicht möglich. Und damit Satelliten in den Orbit gelangen, brauche es Trägerraketen.

Auch Telekommunikation und Navigation basieren immer mehr auf Weltraumtechnologien. Mehr und mehr Unternehmen bieten weltraumbasierte Services an, wie etwa Space X – das Weltraumunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk bietet mit Starlink satellitenbasiertes Internet an.

Überhaupt ist Space X für Grebner in mancher Hinsicht ein Vorbild. Den Amerikanern gelinge es, Menschen fürs Weltall zu begeistern. Solche Begeisterung wünscht sich Grebner auch in Österreich.

Das Voting für „Österreicher:innen des Jahres“ finden Sie unter: www.diepresse.com/austria22