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Neue Pipeline

Russland will Dünger über ukrainischen Hafen exportieren

Wladimir Putin und Dmitri Masepin, Chef des Düngemittelproduzenten Uralchem
Wladimir Putin und Dmitri Masepin, Chef des Düngemittelproduzenten UralchemAPA/AFP/Sputnik/MIKHAIL METZEL
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Bis zum russischen Angriffskrieg pumpte der russische Konzern Uralchem Düngemittel durch eine Pipeline nach Odessa. Nun arbeitet er an einer neuen - sie wird allerdings erst Ende 2023 in Betrieb genommen.

Kremlchef Wladimir Putin hat sich für eine Ausfuhr von russischem Dünger über den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa ausgesprochen. "Wir arbeiten mit den UN daran, mit den Kollegen aus der Organisation.(...) Sie kennen meine Position, ich bin nicht dagegen", sagte der 70-Jährige der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Chef des Düngemittelproduzenten Uralchem, Dmitri Masepin.

Masepin hatte ihn gebeten, den Export von Ammoniak über Odessa wieder aufzunehmen. Seit Sowjetzeiten gibt es eine Ammoniakleitung vom russischen Toljatti nach Odessa. Die Leitung hat eine Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr.

Bis zum Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar wurde der giftige und stechend riechende, aber für die Landwirtschaft wichtige Dünger durch die Pipeline gepumpt und in Odessa verschifft. Inzwischen hat Uralchem den Bau einer neuen Leitung zum russischen Hafen Taman begonnen. Diese Pipeline wird allerdings erst Ende 2023 in Betrieb genommen, das Werk arbeitet daher im Kurzbetrieb.

Lieferungen über Odessa wieder aufnehmen

Masepin bat Putin nun, im Rahmen des Getreidedeals Druck zu machen, damit die Lieferungen nach und über Odessa wieder aufgenommen werden. Die Ukraine stelle politische Forderungen, die über die Kompetenzen von Uralchem hinausgingen, sagte der russische Milliardär dabei.

Russland hat erst vor kurzem nach langem Zögern einer Verlängerung des Getreideabkommens zugestimmt, das die Entsperrung der vom Krieg stark betroffenen ukrainischen Seehäfen durch die russische Flotte vorsieht. Moskau begründete seine Bedenken damit, dass es bisher entgegen der ursprünglichen Abmachung im Gegenzug keine Erleichterungen für den Export russischer Nahrungs- und Düngemittel gegeben habe.

(APA/dpa)