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Wissenschaftsfeindlichkeit

Wer sich öffentlich äußert, erntet oft Hass und Diffamierung

Die Pandemie löste eine Welle heftiger Anfeindungen gegen Forscherinnen und Forscher aus. Als Reaktion darauf richtete die Akademie der Wissenschaften eine Anlaufstelle für Betroffene ein. Auch Themen wie Klimawandel und Migration polarisieren.

Auf den Tag genau vor drei Jahren verkündete die Weltgesundheitsorganisation ihren Namen: Covid-19 sollte jene Infektionskrankheit heißen, die im Dezember 2019 erstmals in Wuhan in China beschrieben wurde und sich daraufhin rasant über die ganze Welt verbreitete. Auch abseits des Infektionsgeschehens brodelte es. Die Pandemie löste eine nie dagewesene Welle von Anfeindungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte aus. Sie traf besonders jene, die sich öffentlich dazu äußerten: Zwei Drittel erlebten einer Nature-Studie zufolge Attacken auf die eigene Glaubwürdigkeit. Dreißig Prozent klagten über Rufschädigung, 22Prozent erhielten Androhungen von physischer oder sexueller Gewalt, 15Prozent sogar Todesdrohungen. Damit einhergehend erlebten viele emotionalen und psychischen Stress.

Als Antwort auf diese enormen Anfeindungen wurde auf Initiative des Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Heinz Faßmann, vergangenen Herbst eine interne Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet: Science Care. Das Hilfsangebot ist gut angelaufen. Einer der dort Unterstützung gesucht hat, ist der Historiker Martin Tschiggerl. Er forscht am ÖAW-Institut für Kulturwissenschaften zu Impfgegnerschaft, Verschwörungstheorien sowie Wissenschaftsfeindlichkeit und erlebte nach einem Vortrag und einer „aus dem Ruder gelaufenen Diskussion“, wie er es umschreibt, einen digitalen Shitstorm.