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Gül in Wien: FPÖ, BZÖ und Kurden protestieren

Gül in Wien: FPÖ, BZÖ und Kurden protestieren
Gül, Fischer(c) APA/ROBERT JAEGER (Robert Jaeger)
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Die FPÖ will dem türkischen Staatspräsidenten Gül einen Protestbrief gegen Botschafter Tezcan überreichen. Kurdische Vereine planen eine Kundgebung gegen Gül.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül und seine Ehefrau Hayrünnisa Gül sind am Montag in Wien von Bundespräsident Heinz Fischer und dessen Frau Margit Fischer mit militärischen Ehren begrüßt worden.

Bei den politischen Gesprächen Güls werden Wirtschaftsthemen im Vordergrund stehen, aber auch die Lage der türkisch-stämmigen Einwohner in Österreich, die türkischen EU-Beitrittsverhandlungen sowie die aktuellen Entwicklungen in der arabisch-islamischen Welt. Der Staatsbesuch dauert drei Tage.

FPÖ und BZÖ: Tezcan muss abberufen werden

Die FPÖ will Gül nicht willkommen heißen. Das betonte Parteichef Heinz-Christian Strache in einer Pressekonferenz. Um gegen den türkischen Botschafter in Wien, Kadri Ecvet Tezcan, zu protestieren, wird die FPÖ Gül daher am Montag einen offenen Protestbrief übergeben und demonstrativ nicht am Staatsbankett teilnehmen.

"Solange dieser türkische Botschafter im Amt ist, kann es keine korrekte, freundschaftliche Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei geben," erklärte Strache. Bei einem Treffen des türkischen Präsidenten mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Parlament werde FP-Generalsekretär Harald Vilimsky Gül die "schriftliche diplomatische Protestnote" übergeben. Darin fordern die Freiheitlichen die Abberufung des türkischen Botschafters.

Auch das BZÖ boykottiert den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten: "Gül ist unerwünscht", sagte Europasprecher Ewald Stadler - zumindest, bis Tezcan abgelöst werde.

Tezcan hatte in einem Interview mit der "Presse" im November 2010 scharfe Kritik an der österreichischen Integrationspolitik geübt, was eine Welle der Empörung auslöste.

Kundgebung von Kurden

Auch kurdische Vereine in Österreich protestieren gegen den Staatsbesuch: Sie halten am Montagabend um 18:30 Uhr am Wiener Heldenplatz eine Kundgebung ab, um gegen den Güls Besuch zu protestieren.

Man demonstriere gegen den "türkischen Faschismus" und die Diskriminierung der kurdischen Minderheit in der Türkei, heißt es in einer Aussendung des Verbandes Kurdischer Vereine in Österreich (Feykom).

(APA/Red.)