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Aktivisten: "Israel verlegt Grenzkontrollen nach Europa"

Israel verhindert Einreise von Gaza-Aktivisten
Israel Flughafen Polizeiaufgebot(c) Reuters (Nir Elias)
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Israel hat internationalen Fluggesellschaften die Namen von "unerwünschten Personen" zukommen lassen und so deren Einreise verhindert. Aus Protest besetzten Aktivisten am Pariser Flughafen einen Check-in-Bereich.

Israel wehrt sich gegen die geplante Einreise mehrerer hundert pro-palästinensischen Aktivisten. Die Aktivisten wurden am Freitag auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv erwartet. Dort fand sich ein massives Polizeiaufgebot: Mehr als 500 Polizisten und Grenzschützer seien am Flughafen Ben Gurion und in der Umgebung im Einsatz, um auf mögliche Vorfälle vorbereitet zu sein, sagte ein Polizeisprecher.

Allerdings dürfen viele der Gaza-Aktivisten israelisches Territorium erst gar nicht betreten: Die israelischen Behörden haben den Fluggesellschaften die Namen von 342 "unerwünschten Personen" zukommen lassen, wie eine Sprecherin des Grenzschutzes sagte. Diese würden auf Kosten der Luftfahrtgesellschaften umgehend zurückgeschickt, sollten sie in Tel Aviv ankommen.

"Lufthansa kollaboriert mit Israel"

"Die Fluggesellschaften haben sich jetzt schon geweigert, 200 Passagiere an Bord zu nehmen", sagte die Sprecherin. Auch ein Passagier der AUA war betroffen. Ihm wurde am Flughafen Wien-Schwechat die Beförderung verweigert. Wir sind verpflichtet, den Einreisegesetzen und behördlichen Anordnungen der Zielstaaten Folge zu leisten", erklärte AUA-Pressesprecher Michael Braun.

Am Pariser Flughafen Roissy/Charles-de-Gaulle besetzten rund 50 Gaza-Aktivisten am Freitag in der Früh einen Check-in-Bereich im Terminal 1, nachdem ihnen unter anderem die deutsche Lufthansa den Flug nach Israel verweigert hatte. Ihre Namen standen auf der israelischen Liste der unerwünschten Passagiere. Die Abgewiesenen warfen der Lufthansa vor, mit Israel zu "kollaborieren". Eine Aktivistin sagte, der Flughafen werde von Israel "besetzt". Zu ähnlichen Protesten kam es an Schaltern der Alitalia.

Bereits am Donnerstag hatte auch die ungarische Airline Malev mehreren gebuchten Passagieren in Paris die Mitreise nach Israel untersagt. "Wir sind schockiert", sagte ein Betroffener dem Radiosender France-Info am Freitag. Man plane, Anzeige zu erstatten.

"Israel hat seine Grenzkontrolle nach Europa verlegt und die Fluggesellschaften kooperieren dabei", kritisierte Sophia Deeg vom "Deutschen Koordinationskreis Palästina Israel". Außerdem richteten sich diese "willkürlichen Kontrollen gegen unbescholtene europäische Bürger".

Zwei US-Bürgerinnen zurückgeschickt

In der Nacht wurden zwei US-Bürgerinnen aus Israel zurückgeschickt, die aus Griechenland gekommen waren. Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte am Donnerstag bei einem Besuch in der bulgarischen Hauptstadt Sofia bekräftigt, jedes Land habe das Recht, "Provokateuren" die Einreise zu verweigern.

Die Aktivisten wollten vom Flughafen aus weiter in Richtung des von Israel abgeriegelten palästinensischen Gazastreifens zu fahren. Ursprünglich wollten sie die Hilfsflotte in Empfang nehmen, die ebenfalls dieser Tage die Blockade des Gazastreifen durchbrechen wollte. Die Schiffe der Gaza-Flotte wurden jedoch von den griechischen Behörden aufgehalten.

(Ag.)