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Das Schwert der Ungarn

Damals schrieb Die Presse: (10. März 1862) Man vernimmt wieder vielfache Klagen darüber, daß in Oberungarn die gewaltsame Magyarisirung eifriger denn je früher betrieben werde.

(10. März 1862) Man vernimmt wieder vielfache Klagen darüber, daß in Oberungarn die gewaltsame Magyarisirung eifriger denn je früher betrieben werde. Auf slovakische und deutsche Eingaben erfolgen magyarische Antworten, und selbst die Justiz wird in dem der großen Majorität absolut unverständlichen magyarischen Idiome gehandhabt. Zur Unterstützung dieses Treibens werden dem Ofener Statthaltereirathe die ungeheuerlichsten Berichte über die verschiedenen Verhältnisse der Nationalitäten zugeschickt.

Das ist zum Beispiel in Betreff des Turoczer Comitats geschehen, dessen Bevölkerung rein slovakisch ist, und nur an seiner Grenze etwa 6000 deutsche Seelen enthält. Obwohl Magyaren in dem ganzen Comitate, wenn überhaupt, nur völlig vereinzelt anzutreffen sind, werden in den der Statthalterei vorgelegten statistischen Daten dort die meisten Ortschaft als „überwiegend magyarisch“ oder höchstens als „gemischt“ aufgeführt.

Nicht minder sucht die herrschende Partei die Ruthenen einzuschüchtern, indem sie den Führer derselben, den bekannten Ex-Deputirten v. Dobrzanski, und die beherzten griechischen Geistlichen mit anonymen Briefen bedroht. In diesen Schriftstücken wird den Ruthenen der freundschaftliche Rath erteilt, möglichst schnell nach Rußland auszuwandern, da Ungarn durch das Recht der Eroberung und des Schwertes den Nachkommen Arpad's gehöre, die niemals aus dem magyarischen Oberlande eine Wojwodina machen lassen würden. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2012)