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Syrien: Blutvergießen im ganzen Land trotz Waffenruhe

Syrien Blutvergiessen trotz Waffenruhe
(c) REUTERS (� Stringer . / Reuters)
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Die vereinbarte Waffenruhe in Syrien hält nicht. Im Osten kam es zu einer heftigen Explosion. In Aleppo und Daraa gehen die Kämpfe weiter.

Trotz der vereinbarten Waffenruhe geht das Blutvergießen in Syrien auch am Samstag weiter. Bei landesweiten Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen sind nach Oppositionsangaben 20 Menschen getötet worden. Gegen die eigentlich seit Freitagfrüh geltende viertägige Feuerpause wurde nach Erkenntnissen syrischer Aktivisten 220 Mal verstoßen. Auch zwischen Arabern und Kurden kam es zu Gewalt.

Oppositionelle aus Aleppo berichteten von stundenlangen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Kurden. Auslöser soll der Versuch von Regime-Gegnern gewesen sein, in den kurdisch-christlichen Stadtteil Ashrafijeh einzudringen. Damit hätten sie gegen eine Vereinbarung mit den Kurden und den Christen der Stadt verstoßen, die sich bislang aus den Gefechten herausgehalten haben. Den Berichten zufolge kamen 19 Rebellen und 10 Kurden ums Leben.

Waffenruhe zum Opferfest ohne Effekt

Allein am Freitag, dem ersten Tag einer viertägigen Waffenruhe zum islamischen Opferfest, starben mindestens 150 Menschen. Ähnlich viele Tote gab es im Durchschnitt auch in den Tagen vor der vereinbarten Feuerpause.

"Keine Seite scheint bereit zu sein, mit den Kämpfen aufzuhören", kommentierte der Aktivist Rami Abdel Rahman die Lage. Es sehe so aus, als ob die für vier Tage vereinbarte Waffenruhe zum islamischen Opferfest scheitern werde, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

"Ich kann keinen Unterschied zur Zeit vor der Waffenruhe erkennen", so der Oppositionsaktivist Mohammed Dumani am Samstag in Damaskus. Die syrische Armee erklärte, sie habe auf Angriffe von Aufständischen reagiert.

In der südlichen Provinz Daraa töteten Heckenschützen den Angaben nach einen Mann und ein Kind. Aktivisten meldeten auch Kämpfe in der Metropole Aleppo, im Großraum Damaskus sowie in Idlib, in der Nähe der türkischen Grenze. Dort war die Waffenruhe am Freitag zum ersten Mal gebrochen worden, als unter anderem Anhänger der Al-Nusra-Front versuchten, einen Militärstützpunkt zu stürmen. Die dem Terrornetz Al-Kaida nahestehenden Islamisten hatten schon vor einigen Tagen verkündet, sie ignorierten die Waffenruhe.

Die syrischen Streitkräfte hatten am Donnerstag einer vom UNO-Vermittler Lakhdar Brahimi vorgeschlagenen Feuerpause zugestimmt, sich aber vorbehalten, auf Verstöße zu reagieren. Die bewaffnete Opposition hatte sich schon vorher einverstanden erklärt, über die Feiertage die Kämpfe einzustellen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich auch die Armee daran hält.

Beobachter betrachteten die Waffenruhe von Anfang an skeptisch. Erst im April war ein Versuch gescheitert, die Gewalt zu beenden. Damals hatte Brahimis Vorgänger Kofi Annan eine Waffenruhe ausgehandelt, die jedoch sofort wieder gebrochen wurde.

(APA/dpa/Reuters)