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Wirtschaftskammer rät von Fleischexporten nach Russland ab

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Archivbild(c) AP (RONALD ZAK)

Auslöser ist ein angeblicher Pferdefleich-Fund in Würsteln aus Oberösterreich. Ein ausdrückliches Export-Verbot Österreichs bzw. ein Importverbot von russischer Seite gibt es nicht.

Die Wirtschaftskammer (WK) rät heimischen Betrieben, vorerst kein Fleisch nach Russland, Weißrussland und Kasachstan zu exportieren, bis die Lage geklärt ist. Nach russischen Angaben haben dortige Behörden vor eineinhalb Wochen in Würsteln einer Linzer Firma nicht deklariertes Pferdefleisch gefunden. Ein ausdrückliches Export-Verbot Österreichs bzw. ein Importverbot von russischer Seite gibt es nicht.

"Sämtliche Exporte von Fleischerzeugnissen aus Österreich in die Zollunion sind bis zur Abklärung der Untersuchungsmethoden und der Sicherungsmaßnahmen, unter denen der Export fortgesetzt werden kann, auszusetzen", heißt es in einer Empfehlung, die das Koordinationsbüro Fleischwirtschaft der WK in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium am Mittwoch an seine Mitglieder gerichtet hat. Verpflichtend sei das nicht. Aber Betriebe, die sich nicht daran halten, seien einem hohen Risiko ausgesetzt, hieß es. Sie müssten in Russland mit verschärften Kontrollen rechnen. Die WK erwartet, dass die Klärung rund eine Woche dauert.

Gesundheitsministerium: Kein Verbot

Der russische Agrarkontrolleur Rosselkhoznadzor hatte am Freitag mitgeteilt, er sei von österreichischen Behörden benachrichtigt worden, dass Österreich seine Fleischexporte in die Zollgemeinschaft Russland, Weißrussland und Kasachstan ausgesetzt habe bis die Situation geklärt sei. Das österreichische Gesundheitsministerium betonte daraufhin, dass es kein Verbot, gebe - auch nicht für die vom Verdacht betroffene Firma Landhof. Allerdings hätten die russischen Behörden drauf gedrängt, dass das Unternehmen neu zertifiziert werden müsse, wenn es weiterhin am russischen Markt tätig sein will. Das habe ein Amtstierarzt des Landes Oberösterreich vorzunehmen.

Die österreichischen Behörden hatten Freitagvormittag telefonischen Kontakt mit den russischen und drängten dabei erneut darauf, die Testergebnisse übermittelt zu bekommen. Bisher sei das noch nicht geschehen, so eine Ministeriumssprecherin. Es sei unklar, wie viel Pferdefleisch sich in den Proben befunden haben soll oder ob es sich auch um eine Verunreinigung handeln könnte.

Österreichische Tests liegen noch nicht vor

Vor rund eineinhalb Wochen war nach Angaben russischer Behörden in einer Würstel-Lieferung der Linzer Firma Landhof Pferde-DNA entdeckt worden. Die österreichischen Stellen erlangten offenbar erst am Mittwoch davon Kenntnis. Das Gesundheitsministerium verlangte umgehend die Daten von den Russen, es wurden aber vorerst nur die Liefer-Chargen bekannt gegeben. Das betroffenen Unternehmen ließ Proben dieser Chargen, die es laut Gesetz aufbewahren muss, von einem unabhängigen, akkreditierten Labor überprüfen. Die Analyse ergab am Donnerstag, dass keine Pferde-DNA darin enthalten sei. Die Ergebnisse der Tests durch österreichische Behörden lagen am Freitag noch nicht vor.

(APA)