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Flug MH17: Die fünf Erkenntnisse des Ermittlungsberichts

Ein erster Bericht der niederländischen Flugsicherheitsbehörde verrät, was Medien schon seit längerem vermuteten.
Ein erster Bericht der niederländischen Flugsicherheitsbehörde verrät, was Medien schon seit längerem vermuteten.(c) APA/EPA/KOEN VAN WEEL (KOEN VAN WEEL)
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Der im Juli in der Ostukraine abgestürzte Passagierjet wurde von schnell fliegenden Objekten durchsiebt. Hollands Premier Rutte nennt den Bericht einen "hilfreichen Zwischenschritt".

Der erste Untersuchungsbericht über den Absturz der Malaysia Airlines-Maschine in der Ostukraine bestätigt, was mehrere Medien schon seit Wochen mithilfe von Fotos bereits vermutet haben: Die Boeing ist von schnell fliegenden "Objekten" durchsiebt worden und in Folge "während des Fluges in mehrere Teile zerborsten". Das stützt die These, dass die Maschine abgeschossen wurde. Das gab die niederländische Flugsicherheitsbehörde am Dienstag in Den Haag bekannt. Hinweise auf technische Probleme oder auf ein Fehlverhalten der MH17-Besatzung gebe es nicht.

Die fünf wichtigsten Untersuchungsergebnisse des Berichts:

  1. Es gibt keine Hinweise auf technisches Versagen oder Pilotenfehler.
  2. Eine große Zahl von Objekten durchlöcherte mit großer Wucht die Boeing von außen, daraufhin brach sie noch in der Luft auseinander.
  3. Flug MH17 befand sich im zugelassenen Luftraum und auf dem zugewiesenen Kurs.
  4. Der Flug verlief normal und es gab keinen Notruf der Besatzung.
  5. Zur Uhrzeit der Katastrophe am 17. Juli um 13.20 Uhr befanden sich drei weitere zivile Maschinen im Luftraum über Donezk. Der kürzeste Abstand zu Flug MH17 war 30 Kilometer.

Aus dem Bericht der niederländischen Ermittler geht allerdings nicht hervor, ob die Maschine durch Raketenbeschuss abgeschossen wurde. Um genau zu bestimmen, was den Absturz verursachte, müssten weitere Details erforscht werden, berichtete die niederländische Zeitung "De Volkskrant".

Ähnlich äußerte sich der russische Experte Oleg Stortschewoj. "Der Bericht ist erst der Beginn einer langwierigen Arbeit. Die objektive Untersuchung muss fortgesetzt werden", sagte Stortschewoj der Agentur Interfax. "Leider ist viel Zeit verstrichen - es wird kompliziert sein, alle Ursachen zu ermitteln", so Stortschewoj, der den Report als wenig aussagekräftig bezeichnete. Die Leichen der Passagiere wären lange ohne Untersuchung an der Absturzstelle gelegen, und die Wrackteile seien in der ukrainischen Kampfzone möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen worden.

Kein Hinweis auf technischen Defekt

Es gebe jedenfalls keine Hinweise, dass technisches Versagen oder Fehler der Besatzung der Grund für den Absturz im Juli gewesen seien, heißt es in dem Bericht.

Die Boeing war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzt, alle 298 Insassen kamen dabei ums Leben. Die ukrainische Regierung und der Westen gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Russland sieht die Verantwortung bei Kiew. Die meisten Opfer stammten aus den Niederlanden.

(c) APA

Ukraine wertet Bericht als "objektiv"

Die ukrainische Regierung hat den Zwischenbericht als objektiv bezeichnet. Aus seiner Sicht gehe daraus klar hervor, dass eine Boden-Luft-Rakete die Maschine zerstört habe, sagte Vizeregierungschef Wladimir Groisman am Dienstag in Kiew.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat den Bericht als wichtigen Beitrag zur rückhaltlosen Aufklärung gelobt. "Es ist gut, dass wir wissen, dass der Flug normal verlief und die Ursache von außen kam", sagte Rutte am Dienstag in Den Haag. Der Bericht des Sicherheitsrats sei ein hilfreicher Zwischenschritt.

Malaysias Premierminister Najib Razak fordert angesichts der offenen Fragen im neuen Expertenbericht einen uneingeschränkten Zugang zur Absturzstelle in der Ostukraine. Es sei ausgesprochen wichtig, "alle sterblichen Überreste zu bergen, die Untersuchung abzuschließen und die Wahrheit zu ermitteln", erklärte Razak am Dienstag auf seiner Homepage.

(APA/AFP)