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Einbußen in Milliardenhöhe für Schweizer Exporte befürchtet

imago stock&people
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Die UBS-Analysten senken die Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent nach ursprünglich 1,8 Prozent. S&P sieht das Toprating nicht gefährdet.

Die Schweizer Großbank UBS erwartet, dass die Schweizer Wirtschaft nach dem Ende der Franken-Bindung an den Euro deutlich langsamer wachsen wird. Die Analysten der Vermögensverwaltungssparte kappen die Wachstumsprognosen für 2015 von 1,8 auf 0,5 Prozent, wie die Bank heute, Freitag, mitteilte. Eine Rezession erwarteten sie aber nicht, schreiben die UBS-Experten. 2016 werde sich das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) wieder auf 1,1 Prozent erhöhen.

Unter der Annahme, dass der Euro/Franken-Wechselkurs ungefähr auf dem aktuellen Niveau bleibe, schätzen die Analysten den direkten, negativen Effekt auf die Schweizer Warenexporte in die Eurozone im laufenden Jahr auf knapp fünf Mrd. Franken (4,9 Mrd. Euro). Zusätzlich zum hier gemessenen, unmittelbaren Effekt auf die Schweizer Warenexporte seien negative Auswirkungen auf Schweizer Dienstleistungsexporte und inländische Zulieferer zu erwarten.

Rückgang bei Exporten erwartet

Umgekehrt dürfte eine Wachstumsbeschleunigung in der Eurozone vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2015 die Exporte deutlich unterstützen, hieß es weiter. Unter dem Strich werde ein Rückgang der Schweizer Exporte um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Infolge extrem tiefer Zinsen und hohem Bevölkerungswachstum erwartet die UBS-Vermögensverwaltung, dass der Privatkonsum auch in den kommenden Jahren die wichtigste Wachstumsstütze bleiben werde. Jedoch wird das Wachstum nicht mehr an die Dynamik der Jahre 2012 und 2013 herankommen.

Top-Bonität nicht gefährdet

Auch die Ratingagentur Standard & Poor's ist der Ansicht, dass ein stärkerer Franken die Ausfuhren und damit das Wirtschaftswachstum der Schweiz in den nächsten Jahren belasten könnte. "Dennoch glauben wir, dass die starke Wirtschaft und die soliden Staatsfinanzen der Schweiz diesem Wechselkurs-Schock standhalten können." Die Freigabe stellt demnach aus Sicht der Ratingagentur keine unmittelbare Bedrohung für die Top-Bonität des Alpenlandes dar. Dies teilte S&P am Donnerstagabend mit. 

Wie von allen großen Ratingagenturen wird die Schweiz auch von S&P mit der Höchstnote "AAA" bewertet. Der Ausblick für das Rating ist stabil, womit eine Abstufung nicht zu erwarten ist.

(APA/sda/AFP)