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Konzept: Freier Eintritt im Haus der Geschichte

(c) Clemens Fabry
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Eine Studie, die seit 2009 unter Verschluss gehalten wurde, erwartet 200.000 Besucher im ersten Jahr.

Jetzt ist sie also öffentlich, die Studie zum Haus der Geschichte, die schon 2009 vorgelegt, seitdem aber unter Verschluss gehalten wurde. Im November 2008, unter der Gusenbauer-Regierung, wurde die Arbeitsgemeinschaft Haas & Lordeurop beauftragt, um gut 80.000 Euro (exklusive Mehrwertsteuer) ein Konzept für ein Haus der Geschichte zu erstellen. Im Juli 2009 – die Regierung Faymann war inzwischen im Amt – war die Studie fertig und landete sogleich in der Schublade.

Nun ist die Studie auf der Website des Bundeskanzleramts einsehbar. Sie umfasst in drei Teilen und auf 248 Seiten eine Marktanalyse, ein Raumkonzept, ein inhaltliches Konzept und Besucher- und Budgetschätzungen für drei unterschiedliche Größenoptionen. Sogar ein Gehaltsschema für die Mitarbeiter des Museums wird angeführt. Für die Arbeit des Expertenbeirats rund um den Zeithistoriker Oliver Rathkolb soll das Konzept als „solide Grundlage“ dienen – wobei einige Punkte zu adaptieren seien. Schon eine wesentliche Empfehlung der Autoren hat sich etwa erübrigt: Das vorgesehene Raumkonzept mit flexiblen Wänden und barrierefreiem Zugang könne nur in einem Neubau verwirklicht werden, heißt es in der Studie. Aktuell soll das Haus der Geschichte in der Neuen Hofburg am Heldenplatz errichtet werden.

 

Kinderpfad und virtuelle Ausstellung

Die Studie sieht einen permanenten Ausstellungsbereich wie auch Raum für Wechselausstellungen vor. Und: „Um ein offenes Haus für alle zu sein, halten wir es für das Beste, dass kein Eintrittsgeld für die permanente Ausstellung eingehoben wird.“ Der Besuch soll mit einem emotional fesselnden Einstieg beginnen, der möglichst alle Sinne aktiviert, und mit einem reflexiven Finale schließen. Außerdem schlagen die Autoren vor, einen Kinderpfad durch die Ausstellung zu legen, der auch Objekte zum Anfassen enthalten soll.

Was die Ausstellungsfläche betrifft, empfehlen die Autoren eine „mittlere Variante“ mit 3700 Quadratmetern (in der Hofburg stehen 3000 Quadratmeter zur Verfügung). 62 Mitarbeiter wären dafür nötig, im ersten Betriebsjahr werden 200.000 Besucher erwartet – ein Drittel davon wären Schulklassen. Neben dem eigentlichen Haus der Geschichte wird in der Studie auch ein virtuelles Museum mit Wissensplattform und einem Userbereich vorgeschlagen, außerdem sollen regelmäßige Clubabende und Gespräche mit Zeitzeugen stattfinden. (kanu/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2015)