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Jihadismus: 15-Jähriger in St. Pölten erneut in U-Haft

Der Jugendliche, der erst im Mai zu teilbedingter Haft verurteilt wurde, soll nun wieder für den Jihad geworben haben.

Ein 15-Jähriger, der erst im Mai 2015 wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat verurteilt worden war, ist neuerlich in St. Pölten in U-Haft. Er wurde am Mittwoch festgenommen. Der Verdacht laute wieder Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, sagte Michaela Obenaus von der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Die U-Haft wurde der Sprecherin zufolge noch am Mittwoch auf Antrag der Anklagebehörde verhängt. Die erste Haftprüfung findet in 14 Tagen statt. "Ermittlungen laufen, auch Datenträger sind auszuwerten", sagte Obenaus.

Propagandamaterial übermittelt

Der Verdächtige soll versucht haben, einen weiteren Burschen für die Idee zu gewinnen, in den Jihad zu ziehen, indem er ihm Propagandamaterial übermittelte. Seine Festnahme am Mittwoch in St. Pölten erfolgte durch Beamte des Landesamts für Verfassungsschutz im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Der Jugendliche war erst im Juni aus der Strafhaft entlassen worden und hatte zuletzt offenbar bei seiner Familie gelebt.

Der Teenager hatte als 14-Jähriger Pläne gewälzt, den Wiener Westbahnhof zu sprengen, und für den IS geworben. Er war im Oktober 2014 erstmals festgenommen worden. Nach zwei Wochen in U-Haft wurde er unter Auflagen entlassen, tauchte unter und musste erneut in Haft. In seinem Prozess am 26. Mai legte er ein Geständnis ab. Der Bursche erhielt zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt. Dazu erging die Weisung, sich während der Probezeit einer Psychotherapie zu unterziehen und Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen.

(APA)