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Polizei stoppt Bus und nimmt 43 russische Fans in Gewahrsam

Russische Fußballfans werden von der Polizei in Marseille in Gewahrsam genommen.
Russische Fußballfans werden von der Polizei in Marseille in Gewahrsam genommen.REUTERS
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Die Polizei hält einen russischen Fanbus in Marseille an. 43 Personen sollen zu den Krawallen vom Samstag befragt werden.

Die französische Polizei hat am Dienstag in Südfrankreich einen Autobus mit russischen Fußball-Fans gestoppt, der von Cannes nach Lille unterwegs war. Dort spielt Russland bei der EM am Mittwoch gegen die Slowakei. Nach Angaben der Behörden wurden 43 Personen in Polizeigewahrsam genommen.

Die Festgenommenen sollen von der Staatsanwaltschaft in Marseille zu den Vorfällen am vergangenen Samstag im Rahmen des Spiels gegen England einvernommen werden. Alexander Sprygin, der Leiter der Fan-Gruppe, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Behörden 29 Ausweisungsanträge gestellt hätten. Nach seinen Angaben war aber keiner der Fans an den Ausschreitungen beteiligt.

Trainer appelliert an Fans

Der Trainer der russischen Nationalmannschaft, Leonie Sluzki, appellierte an die russischen Fans, fortan jegliche Gewalt zu unterlassen. "Wir brauchen euren Rückhalt. Bitte konzentriert euch aber auf die legale Unterstützung. Wir müssen unbedingt jede Gefahr vermeiden, vom Turnier ausgeschlossen zu werden", sagte Sluzki am Dienstag in Lille.

Auch Stürmer Artem Dsjuba forderte die Fans zur Vernunft auf. "Wir wollen natürlich nicht disqualifiziert werden. Auch Pyrotechnik sollte nicht benutzt werden. Wir sind glücklich, hier zu sein. Es wäre sehr dumm, wenn wir so ausscheiden müssten", meinte der Angreifer von Zenit St. Petersburg, der indes auch eine ganz eigene Sicht der Dinge offenbarte: "Bleibt objektiv. Bei einem Konflikt gibt es immer zwei Seiten. Man kann nicht sagen, dass nur die Russen schuld waren."

Zuvor hatte die UEFA Russland den EM-Ausschluss angedroht, sollten sich Fan-Ausschreitungen wie zuletzt in Marseille in der Partie gegen England wiederholen.

(APA/AFP/dpa)