Liste Pilz kommt nicht zur Ruhe

Neben Bißmann gibt es nun einen neuen „Buhmann“. Der heißt Sebastian Bohrn-Mena und ist Bereichssprecher für Tierschutz und Kinderrechte im Klub der Liste.
Neben Bißmann gibt es nun einen neuen „Buhmann“. Der heißt Sebastian Bohrn-Mena und ist Bereichssprecher für Tierschutz und Kinderrechte im Klub der Liste.(c) APA/GEORG HOCHMUTH

Fayad Mulla, Geschäftsführer der Liste Pilz, ist gleichzeitig Chef einer anderen Partei. Und es gibt offene Kritik an der Partei-Transparenz.

Wien. Um die Liste Pilz ist es in den vergangenen Tagen ruhiger geworden – zumindest medial. Peter Pilz ist zurück im Parlament und hat die U-Ausschüsse zu BVT (siehe Bericht auf Seite 8) und Eurofighter an sich gerissen. Ursprünglich waren Alma Zadic und Daniela Holzinger vorgesehen. Mit Martha Bißmann hat sich der Klub offiziell versöhnt – auch wenn die Kritik im Hintergrund nicht abreißt und einzelne Mandatare noch immer den Ausschluss wollen.

Neben Bißmann gibt es nun einen neuen „Buhmann“. Der heißt Sebastian Bohrn-Mena und ist Bereichssprecher für Tierschutz und Kinderrechte im Klub der Liste. Er kritisierte zuletzt offen die mangelnde Transparenz in der Partei. Es gebe keine Sitzungsprotokolle, keine Finanzprotokolle, keine Rechnungsprüfer. Die Liste Pilz verfügt über rund 2,5 Millionen Euro – wie diese ausgegeben werden, sei nicht transparent. „Mister Kontrolle lässt in den eigenen Reihen keine Kontrolle zu, die Deals werden in den Hinterzimmern verhandelt. Ich will dabei nicht stumm zuschauen“, sagt Bohrn-Mena zur „Presse“. Er sei auch verwundert, denn er habe Pilz vor einem Jahr kennengelernt, der für Transparenz geworben hat. Nun würden kritische Fragen zu den eigenen Parteifinanzen nicht zugelassen – und jene, die sie trotzdem stellen, gemieden und außen vor gelassen. Demokratie innerhalb einer Partei sehe für ihn anders aus.

 

2013 noch für den „Wandel“

Einer, der über die Finanzen der Partei bescheid wissen müsste, ist deren Geschäftsführer Fayad Mulla. Erstaunlicherweise ist dieser aber auch Parteiobmann einer anderen Partei: Dem Wandel. Die links orientierte Partei trat zuletzt im Jahr 2013 zur Nationalratswahl an. (ath)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.06.2018)