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Erholter als erholt

Clemens Fabry

Sprechblase Nr. 251. Warum „Rufen Sie mich ruhig an“ bedenklich ist.

Um den Urlaub wird an den Arbeitsplätzen viel Theater gemacht. Um das Urlaubsziel. Und um die Inszenierung. Manche stellen schon Tage vorher den Abwesenheitsassistenten auf Dauerfeuer („Ich urlaube“ o. ä.), obwohl sie weiterarbeiten. Ein Trick, um unliebsame Anrufer abzuwehren, oder als Beruhigung für das hausinterne Controlling. Der Urlaub ist in der Standesverwaltung eingetragen. Aber es ist noch so viel zu tun.

Andere verabschieden sich mit – Achtung Sprechblase – „Rufen Sie mich ruhig an“ in den Urlaub. Wollen sie damit vor Mitarbeitern wie Kunden wirklich sagen: „Für dich verzichte ich auf alles.“? Oder sind sie nur schlecht organisiert und unfähig, zu delegieren?

Die Workaholics können beruhigt sein: Nach sieben bis zehn Tagen tritt der maximale Erholungseffekt ein. Dann darf wieder gearbeitet werden. Denn erholter als erholt geht ja doch nicht.

 

 In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2018)