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Airbus wirft das Handtuch: Produktion des A380-Superjumbo wird eingestellt

A380 ist das weltweit größte Verkehrsflugzeug mit zwei Großkabinen, die in Standardausführung Platz für 544 Passagiere bieten.ERIC PIERMONT / AFP / picturedes
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Mit dem weltweit größten Flugzeug wollte Airbus seinen US-Konkurrenten herausfordern. Aber die Nachfrage der Fluggesellschaften geht inzwischen ganz woanders hin. Auch bei den Emirates, dem größten Superjumbo-Kunden.

Der europäische Airbus-Konzern kündigte am Donnerstag an, die Produktion des A380-Superjumbo einzustellen.

A380 ist das weltweit größte Verkehrsflugzeug mit zwei Großkabinen, die in Standardausführung Platz für 544 Passagiere bieten. Mit ihm wollte Airbus die legendäre 747 seines US-Konkurrenten Boeing übertreffen. Allerdings konnte sich der Superjumbo nicht durchsetzen, da die Fluggesellschaften eine neue Generation kleinerer, flinkerer Jets nachfragten.

So hatte die Fluggesellschaft Emirates, der größte A380-Kunde, beschlossen, seine Bestellungen für den legendären Superjumbo um 39 Maschinen zu reduzieren und stattdessen insgesamt 70 Stück der kleineren Modelle A350 und A330neo zu ordern. Allerdings hat Emirates seine ganze Airline-Marke rund um den Superjumbo - und die Boeing 777 - aufgebaut, weshalb man die jetzige Airbus-Entscheidung auch bedauert.

Airbus sagte in einer Erklärung, dass der letzte A380 im Jahr 2021 ausgeliefert werde. Bis dahin werde man noch 17 Flugzeuge dieses Typs herstellen - 14 für die Emirates und drei für die japanische Airline ANA.

Die Stilllegung der Produktion kostet ersten Angaben zufolge etwa 3.000 bis 3.500 Menschen den Job.

Weitere Abbestellung

Airbus hat übrigens außer beim weltgrößten Passagierjet A380 eine weitere große Abbestellung kassiert. Die arabische Fluggesellschaft Etihad stornierte eine Order über 42 Exemplare des jüngsten Langstreckenjets A350, wie Airbus bei der Vorlage der Jahresbilanz am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Damit hat Etihad nur noch 20 Maschinen des Typs zu bekommen.

Die Airbus-Führung zeigte sich aber überzeugt, dass der Auftragsbestand für die kürzlich erreichte Produktionsrate von monatlich zehn Flugzeugen des Typs ausreicht.

 

(Reuters/red.)