Die letzten Flüchtlinge ziehen aus Unterkunft St. Gabriel aus

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Symbolbild(c) Clemens Fabry, Presse

Der Vertrag mit dem Land Niederösterreich wurde ruhend gestellt. Die Jugendlichen, die zuvor in Drasenhofen waren, wurden laut Caritas Ende Februar verlegt.

Die letzten Flüchtlinge sind aus der Asylunterkunft St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) ausgezogen. "Der Vertrag mit dem Land Niederösterreich wurde ruhend gestellt", bestätigte Martin Gantner, Sprecher der Caritas der Erzdiözese Wien, am Montag auf Anfrage einen Bericht der Gratiszeitung "Heute".

Die Jugendlichen, die zuvor im umstrittenen und inzwischen stillgelegten Asylquartier Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) untergebracht waren, wurden laut Caritas Ende Februar verlegt. Am 16. April wurden nun auch die verbliebenen acht Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familie), die hier in der Grundversorgung waren, auf andere Unterkünfte aufgeteilt.

Keine neuen Zuweisungen

"Wir haben in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Flüchtlingsquartiere, die wir 2015 und 2016 auf Bitte des Landes in einer akuten Notsituation rasch und unbürokratisch eröffnet haben, wieder geschlossen. Das war zu erwarten und ist in Niederösterreich im Übrigen nicht anders als in anderen Bundesländern auch. Klar ist: Das Kloster St. Gabriel hätten wir als Standort natürlich gerne erhalten - dafür haben wir auch bis zuletzt gekämpft. Ganz einfach, weil hier seit den 90er-Jahren gute und wichtige Arbeit geleistet wurde. Gemeinsam mit der Gemeinde, mit den Steyler Missionaren und mit sehr vielen Freiwilligen", sagte Gantner.

"Vonseiten des Landes wurde jedoch klar signalisiert, dass kein weiterer Bedarf vorhanden ist", so der Sprecher weiter. Seit beinahe einem Jahr habe es darüber hinaus auch keine neuen Zuweisungen durch die zuständige Stelle des Landes gegeben. "Klar ist auch: Wir werden uns auch zukünftig für Menschen in Not in Niederösterreich einsetzen", hieß es von der Caritas.

Eine Bluttat Anfang Mai 2018 in der Flüchtlingsunterkunft hatte für heftige politische Diskussionen gesorgt. Ein psychisch kranker Nigerianer hatte nach einer Wegweisung aus dem Quartier einen 26-jährigen Bewohner aus Bangladesch getötet. Der 25-Jährige wurde im Dezember des Vorjahres vom Landesgericht Wiener Neustadt in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) hatte nach der Bluttat veranlasst, Flüchtlinge aus St. Gabriel in andere Unterkünfte zu verlegen. Später übersiedelten Jugendliche aus Drasenhofen nach Maria Enzersdorf. Waldhäusl erklärte Ende Jänner, dass ein Vertrag des Landes mit der Caritas über eine weitere Betreuung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge nicht zustande komme, und kündigte eine Verlegung an.

(APA)