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Trotz Tod Epsteins: Opfer bekommen ihren Tag vor Gericht

Allred, representing alleged victims of Epstein, leaves with Davies and an unidentified women and baby after the hearing in the criminal case in New York
Zwei mutmaßliche Opfern Jefrrey Epsteins verlassen das Gericht in New York mit ihrer Anwältin Gloria Allred (Mitte).REUTERS

Trotz des Suizids von Jeffrey Epstein haben Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters ihren Gefühlen vor Gericht Ausdruck verliehen. Insgesamt soll es Beiträge von 30 mutmaßlichen Opfern geben.

Obwohl sich Jeffrey Epstein das Leben genommen hat, haben Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters ihrem Ärger und ihrer Trauer vor Gericht Ausdruck verliehen. Die Anhörung am Dienstag in New York war eigentlich nur zur formalen Einstellung der Anklage gedacht, doch Richter Richard Berman lud auch mutmaßliche Opfer ein, ihre Geschichten und Gefühle zu teilen.

Eine der Frauen sagte dem Nachrichtensender NBC zufolge vor Gericht, Epsteins Suizid habe ihr die Chance "geraubt", ihn "von Angesicht zu Angesicht" im Gerichtssaal zu stellen. Dass er sich getötet habe, mache ihn zu einem "Feigling".

"Er konnte nicht verstehen, was er uns genommen hat", sagte eine andere Betroffene. "So wie ich jedes Mädchen bin, dem er das angetan hat, sind diese ich. Heute stehen wir zusammen." Eine dritte Frau las einen Brief vor, den sie an Epstein geschrieben hatte: "Ich werde nie in der Lage sein, die überwältigenden Gefühle und die Verlegenheit dieses Dramas zu überwinden." Insgesamt wurden vor dem New Yorker Gericht Beiträge von etwa 30 mutmaßlichen Opfern erwartet.

Epstein hatte sich Anfang August in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht gebracht werden sollte. Der bestens vernetzte Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift hatte der Multimillionär zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring aufgebaut.

Die Staatsanwälte betonten laut NBC, dass trotz der Einstellung der Anklage gegen den Toten weiter gegen Beteiligte an den ihm vorgeworfenen Verbrechen ermittelt wird. Medienberichten zufolge dürften sich die Untersuchungen vor allem auf die langjährige Partnerin von Epstein, Ghislaine Maxwell, konzentrieren.

So bekommen Sie Hilfe

Wer Suizidgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen.

Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.

Informationen zu Hilfsangeboten für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige sowie Hilfseinrichtungen in Österreich finden Sie auch auf der Webseite www.suizid-praevention.gv.at.

(APA)