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Thomas-Cook-Pleite: Heute entscheidet sich die Zukunft von Neckermann

APA/dpa/Silas Stein
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Neckermann Reisen ist im deutschsprachigen Raum die Hauptveranstaltermarke des insolventen Touristikkonzerns Thomas Cook. Österreichische Reisebüro-Partner sind gebeten worden, das Ergebnis von Krisensitzungen abzuwarten.

Die Zukunft von Neckermann Reisen und anderen Thomas-Cook-Reiseveranstaltern in Österreich soll sich bis heute Mittwoch Abend entscheiden. Darüber hat die Thomas Cook Austria AG ihre Reisebüro-Partner am Montagabend informiert. "Wir sind gebeten worden, 48 Stunden abzuwarten", sagte ein Mitarbeiter eines Reisebüros, das Neckermann-Pauschalreisen verkauft hat, zur APA. Bis dahin laufen Krisensitzungen.

Thomas Cook hat in Österreich neben einem konzerneigenen Reisebüro ein gutes Dutzend Franchisepartner mit je einer Handvoll Mitarbeitern. Diese Franchisenehmer sind Einzelunternehmer, also selbstständige Reisebüros, die zum Teil ausschließlich Thomas-Cook-Angebote verkauft haben. Sie sind von der Pleite des britischen Mutterkonzerns massiv betroffen. Mehr als 800 aktive Reisebüroagenturen, andere Onlineseiten und die firmeneigene Homepage neckermann-reisen.at haben Reisen aus dem Portfolio von Thomas Cook vermittelt.

Neckermann Reisen ist im deutschsprachigen Raum die Hauptveranstaltermarke von Thomas Cook. Weitere zum Konzern gehörende Reiseveranstalter sind Öger Tours, Air Marin Reisen, Thomas Cook Signature oder Bucher Reisen. Die Thomas Cook Austria AG mit Sitz in Wien hat im Gegensatz zum Londoner Mutterkonzern noch keinen Insolvenzantrag gestellt. Die Österreich-Tochter gehört zur Gänze der deutschen Thomas Cook Touristik GmbH mit Sitz in Oberursel.

„Loten letzte Optionen aus"

Dort hat die deutsche Thomas-Cook-Gesellschaft am Dienstag mitgeteilt, durch die Insolvenz der britischen Muttergesellschaft in einer kritischen Lage zu sein. "Die Thomas Cook GmbH hat am 23. September auf Notgeschäftsführung umgestellt, aber noch keinen Insolvenzantrag gestellt", hieß es in einer Aussendung. Die deutsche Geschäftsführung stehe in intensiven Gesprächen mit möglichen Kapitalgebern und allen zuständigen Gremien auf Regierungsebene in Berlin und Wiesbaden, um eine Fortführung der Thomas Cook GmbH zu ermöglichen. "Sollten die Verhandlungen scheitern, sieht sich die Geschäftsführung gezwungen, für die Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH, die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH und möglicherweise auch weitere Gesellschaften Insolvenzantrag zu stellen."

Davon, was in den Verhandlungen in Deutschland herauskommt, hängt auch ab, wie es in Österreich weitergeht. Zu den Reisebüro-Partnern in Österreich hieß es von Thomas Cook am Montagabend, dass derzeit lediglich eine Insolvenzgefährdung vorliege, aber noch keine Insolvenz. Hinter den Kulissen wird demnach noch versucht, den Betrieb in Österreich aufrechtzuerhalten. Auf neckermann-reisen.at klingt das so: "Wir loten derzeit letzte Optionen aus. Sollten diese scheitern, sehen wir uns gezwungen einen Insolvenzantrag zu stellen." Nähere Informationen erhielten vorerst weder die Kunden noch die Reisebüros.

Die Thomas Cook Austria AG hatte am Montag nach der Pleite des Mutterkonzerns den Verkauf von Reisen gestoppt und erklärt, die Durchführung von gebuchten Reisen nicht gewährleisten zu können.

AUA lässt betroffene Urlauber für Heimflug an Bord

Auch die AUA ist so wie der gesamte Lufthansa-Konzern und andere Airlines von der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook betroffen. Die  Airline hat aber betont, Urlauber ungeachtet der Insolvenz heimzubringen. "Grundsätzlich gilt, dass wir Passagiere mit einem gültigen Ticket jedenfalls bis auf weiteres planmäßig aus ihrem jeweiligen Zielort zurückfliegen", sagte ein Sprecher am Dienstag.

Die Austrian Airlines führt Flüge für Thomas Cook durch, das können ganze Charterflüge oder Sitzplatzkontingente auf einem Linienflug sein. In der Branche nennt man dies Voll- bzw. Teilcharter. Zum Umfang der Geschäftsbeziehungen machte die AUA keine Angaben. "Wir prüfen aktuell, in welchem Ausmaß wir von dieser Insolvenz betroffen sind", so der Sprecher. Der AUA-Vertrag läuft mit der deutschen Thomas Cook Touristik GmbH, die am Dienstag ebenso wie deren Österreich-Tochter noch nicht insolvent war.

 

 

(APA)