Schnellauswahl

ÖVP legte in 646 Gemeinden um mehr als zehn Prozentpunkte zu

ÖVP-Chef Sebastian Kurz
ÖVP-Chef Sebastian KurzAPA (GEORG HOCHMUTH)

Die Volkspartei verzeichnete in nur 30 der gut 2100 Gemeinden ein Minus. Die Grünen büßten in nur neun Gemeinden Stimmen ein.

Die großen Zugewinne der ÖVP bei der Nationalratswahl lassen sich auf Gemeindeebene klar ablesen. In 646 der rund 2100 Gemeinden konnte die Volkspartei ein Plus von mehr als zehn Prozentpunkten verbuchen. Die Grünen legten in fast allen Gemeinden zu. Die FPÖ verzeichneten hingegen nahezu überall Verluste, ähnlich präsentiert sich das Bild bei der SPÖ.

Die ÖVP holten ihren größten Zuwachs in der Tiroler Kleingemeinde Spiss mit 26,7 Prozentpunkten (bei einem Ergebnis von 72 Prozent). Ebenfalls mehr als 20 Prozentpunkte dazu gab es in Gramais (Tirol, +25), Muhr (Salzburg, +22,4), Jerzens (Tirol, +21,5), Warth (Vorarlberg, +20,8) sowie Hüttau (Salzburg, +20,1).

Türkise Verluste verzeichneten gerade einmal 30 Gemeinden - und diese hielten sich in engen Grenzen. Das noch größte Minus setzte es für die ÖVP in der Vorarlberger Gemeinde Blons mit minus 9,8 Prozentpunkten auf ein Ergebnis von 57,1 Prozent. Und in nur neun Gemeinden waren die Verluste größer als 2 Prozentpunkte.

Rekord-Minus für SPÖ in Wien-Neubau

Die SPÖ erlitt hingegen in 2025 Gemeinden Verluste. Das heftigsten Minus setzte es in Wien-Neubau mit 14,5 Prozentpunkten. Zuwächse gab es für die SPÖ in nur 92 Gemeinden, und in nur 24 davon waren diese größer als 2 Prozentpunkte. Am meisten dazugewinnen konnte die Sozialdemokratie im burgenländlichen Inzenhof mit 10,8 Prozentpunkten - allerdings war dies die einzige Gemeinde mit einem zweistelligen roten Zuwachs.

Auch das schlechte Abschneiden der FPÖ spiegelt sich im Detail in den Gemeindeergebnissen wider. Zuwächse gab es in nur zwei Gemeinden: In Jungholz (Tirol) mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten und Raach am Hochgebirge (Niederösterreich) mit gerade einmal 0,1 Prozentpunkten im Plus. In allen anderen Gemeinden setzte es Verluste, davon viele im zweistelligen Bereich: In 1176 Gemeinden verlor die FPÖ mehr als 10 Prozentpunkte. Die Gemeinde mit dem größten blauen Abgang war Spiss in Tirol mit einem Minus von 23,5 Prozentpunkten.

Grüne gewannen in Wien am stärksten

Das Grüne Comeback zeigte sich auch darin, dass ihr Stimmenanteil in nur neun Gemeinden zurückging. Am größten waren die Verluste im Tiroler Jungholz und Gramais, mit jeweils 4,2 Prozentpunkten. In 252 Gemeinden gewannen die Grünen mehr als zehn Prozentpunkte dazu. Den größten Zuwachs verzeichneten sie in Wiener Bezirken; in fünf davon legte die Partei von Werner Kogler um mehr als 20 Punkte zu. Angeführt wurde diese Liste von Wien-Neubau, wo der Anstieg bei 24,3 Prozentpunkten lag.

Die Neos wuchsen vor allem in Vorarlberger und Tiroler Gemeinden. Mit 9,9 Prozentpunkten verzeichneten die Pinken in St. Anton im Montafon (Vorarlberg) ihre Top-Zuwachsrate. Den größten Verlust gab es im Tiroler Pfafflar mit 6,8 Prozentpunkten.

Das Aus der Liste Jetzt zeigt sich ebenfalls im Gemeinde-Ergebnis. Von ohnehin niedrigem Niveau ausgehend verzeichnete die Partei in 1989 Gemeinden ein Minus. Und auch bei den Zuwächsen zeigt sich das Scheitern: Im niederösterreichischen Puchenstuben legte die Liste mit einem Plus von 1,9 Prozentpunkten noch am stärksten zu - und kam dennoch auf nur drei Prozent der Stimmen.

 

(APA)