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Millionenpleite

Wiener Modekette Jones insolvent - Suche nach Investor

Das Wiener Modelabel Jones ist in Europa an mehr als 100 Standorten präsent
Das Wiener Modelabel Jones ist in Europa an mehr als 100 Standorten präsent(c) APA/HELMUT FOHRINGER
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Die Wiener Modekette Jones hat mehr als sieben Millionen Euro Schulden und Insolvenz angemeldet. Grund für die Pleite: Online-Konkurrenz, Preisverfall und geändertes Einkaufsverhalten der Konsumenten.

Wieder gibt es eine Millionenpleite im österreichischen Textilhandel: Am Montag hat das Wiener Damenmodelabel Jones (Rose Gesellschaft m.b.H.) beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung  eingebracht.  Das Unternehmen hat Informationen von Gläubigerschutzverbände AKV, Creditreform und KSV1870 zufolge Passiva von rund 7,5 Millionen Euro, davon entfallen 2,1 Millionen Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten und 3,9 Millionen Euro 3,9 Bankverbindlichkeiten. Den rund 200 Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent geboten. Es handelt sich um die heuer drittgrößte Insolvenz im Einzelhandel nach Charles Vögele und mister*lady.

Zur Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Beate Holper bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für 10. Dezember anberaumt. Die entscheidende Sanierungsplantagsatzung findet ebenfalls an diesem Tag statt. Im Rahmen des Sanierungsverfahrens sollen voraussichtlich vier der ursprunglich 38 Filialen geschlossen werden. Das führt zu Beendigungskosten von voraussichtlich 1,1 Millionen Euro.

Jones-Geschäftsführer Gabor Rose zu den Ursachen der Insolvenz: „Wir kämpfen als österreichisches Familienunternehmen in einem immer schwieriger werdenden Markt in Konkurrenz vor allem auch gegen internationale Großkonzerne. Nur dank unserer treuen Stammkunden, unserer engagierten Mitarbeiter und großartiger Partner, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, konnten wir so lange am Markt bestehen. Nun sind wir an einem Punkt angelangt, wo man als verantwortungsvoller Unternehmer die Unterstützung eines gesetzlichen Sanierungsverfahrens beantragen muss, um in dieser Branche weiter bestehen zu können.“

Fortführung geplant

Jones hat bereits umfangreiche Sanierungsbemühungen eingeleitet: Kollektionen wurden gestrafft, defizitäre Stores geschlossen, der Personalstand wurde reduziert und Preise gesenkt. Im Rahmen des Restrukturierungsverfahrens soll das Filialnetz weiter gestrafft werden. Parallel dazu laufen Beteiligungsgespräche mit potenziellen Investoren.

Kunden können bis auf weiteres in allen Filialen und im Online-Store einkaufen. Aus rechtlichen Gründen verlieren die von der Rose Gesellschaft m.b.H. ausgegebenen Gutscheine und Gutschriften mit dem heutigen Tag ihre Gültigkeit. Die Gutscheine und Gutschriften der Franchise Partner bleiben gültig. Umsatzboni, 20-Prozent-Gutscheine und der Treuebonus können weiterhin überall eingelöst werden.

Das Modelabel Jones wurde 1972 gegründet. Es steht seit vielen Jahren für hochwertige Damenmode in den Bereichen Business- und Freizeitmode. Heute führt Jones 38 Stores in Eigenregie und beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Gleichzeitig ist Jones Franchisegeber von 16 Jones Stores in Österreich und Europa und ist in über 100 Standorten im gehobenen Fachhandel präsent.