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Lehren aus der Wahl

SPÖ: Kritische Stimmen mehren sich

Ein neuer roter Verein ruft zum „Neustart“ auf. Unmut gibt es in Oberösterreich.

Wien. Seit dieser Woche gibt es eine neue, knallrote Homepage, „machenwirwas.at/neustart“ lautet die aktionistische Adresse. Es ist ein Aufruf zur Neuaufstellung der SPÖ. Dahinter steckt: die SPÖ. Konkret: der „Verein zur Förderung politischer Beteiligung“. Vorsitzende ist Irini Tzaferis, eine AHS-Lehrerin in Floridsdorf. Tzaferis ist Anfang dreißig und, wie sie sagt, seit 2001 in der SPÖ tätig: Erst in der SJ, jetzt in einer Sektion im dritten Bezirk. Den Verein habe man 2018 gegründet, als ÖVP und FPÖ die Notstandshilfe abschaffen wollten. Im Wesentlichen sei er eine Plattform, um interessierte Sektionen zu vernetzen.

Nach dem desaströsen SPÖ-Wahlergebnis sei nun der dringende Wunsch entstanden, etwas zu tun. Es brauche mehr innere Demokratie, „weniger Hinterzimmer-Deals“. Die Homepage, die sich auch als Petition versteht, ist der Versuch herauszufinden, „ob und wie viele so unzufrieden sind wie wir“, sagt Tzaferis. Was man mit den Rückmeldungen machen will? Das wisse man noch nicht.

 

Drozda im Porsche

Inzwischen mehren sich die Stimmen der Kritik: Auch Oberösterreichs SPÖ-Chefin Birgit Gerstorfer sagt, dass sie sich bei der Bestellung eines neuen Bundesgeschäftsführers mehr Zeit gewünscht hätte. Als Kritik an Pamela Rendi-Wagner will sie das aber nicht verstanden wissen, sie stehe „zu 100 Prozent“ hinter ihr.

Ex-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda wirkt indessen befreit: Am Mittwoch holte er sein Büroinventar aus der Löwelstraße ab – mit seinem Porsche 911, wie oe24 berichtete. Die Kollegen in der SPÖ-Zentrale sollen – trotz Drozdas bekanntem Faible für schöne Uhren – überrascht gewesen sein. (uw/Red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2019)