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Leitartikel

Gerechtigkeit für Theresa May

Britain's Prime Minister Theresa May leaves Downing Street in London
Theresa May wurde wegen ihres Brexit-Kompromisses geschasst.REUTERS

Die Vorgängerin von Boris Johnson wurde wegen ihres Brexit-Kompromisses geschasst. Ihr Nachfolger wird für denselben Kompromiss gefeiert.

Die Feststellung, Theresa May sei keine begnadete Politikerin, ist weder neu noch überraschend. Das Bad in der Menge liegt ihr ebenso wenig wie das biergeschwängerte Stammtischgespräch im Pub ums Eck. Was May während ihrer Amtszeit als Premierministerin Großbritanniens an Lockerheit fehlte, machte sie allerdings mit Sturheit und Monomanie mehr als wett. Nichts brachte diese unflexible Geisteshaltung besser auf den Punkt als die gebetsmühlenartig wiederholte Tautologie „Brexit means Brexit“, mit der die Regierungschefin versucht hatte, sowohl die Gegner des Abschieds von Europa als auch die Befürworter eines knüppelharten EU-Austritts zu hypnotisieren.