Sprache und künstliche Intelligenz. Wie passt das zusammen, fragt Jörg Piringer.
Poetry Filmfestival

Jörg Piringer: „Es braucht eine neue Poesieform“

Jörg Piringer macht Lyrik für die digitale Lebenswelt und zeigt demnächst Textfilme am Poetry Filmfestival.

Die gehypte Instagram-Poetin Rupi Kaur wartet mit gut vier Millionen Followern auf. Die Gedichte der Spoken-Word-Lyrikerin Kate Tempest, denen man auf Konzerten und YouTube lauscht, wurden mit dem angesehenen Ted Hughes Award für neue Arbeit in Poesie prämiert. Zwei schnelle Beispiele, dass die Dichtung längst ihren Weg aus dem traditionellen Lyrikband gefunden hat. Und nicht nur Poesieformen haben sich geändert, auch die Verwendung der Sprache an sich ist eine andere geworden: Algorithmen helfen bei der Google-Suche und beim Tippen, Textinformation im Netz wird von Computern protokolliert und ausgetauscht. Auch Maschinen haben gelernt, Texte zu generieren. Jörg Piringer arbeitet sowohl mit dem Internet als auch im Mensch-Maschinen-Austausch. Seine künstlerische Arbeit reflektiert, wie Technologien und die digitale Lebenswelt Sprache und Literatur beeinflussen, so der Wiener: „Es braucht eine neue Poesieform, um all diese Veränderungen nicht nur verstandesmäßig zu begreifen, sondern auch ein Gefühl dafür zu bekommen. Die klassische Poesie ist für mich nicht mehr ausreichend.“