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Innenministerium

Umstrittener Tiroler Ex-Abgeordneter Schrott landet in Nehammers Kabinett

KOALITION - ANGELOBUNG DER REGIERUNG KURZ II
Karl Nehammer (r.) - im Bild bei der Angelobung am Dienstag mit Bundeskanzler Sebastian Kurz - setzt auf einen Tiroler Mitarbeiter.APA/HANS KLAUS TECHT
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Dominik Schrott, der 2018 wegen eines Fake-Gewinnspiels und vorgeworfenen Förderungsmissbrauchs aus der Politik ausschied, wird nun Mitarbeiter des neuen ÖVP-Innenministers.

Der unter anderem wegen eines Fake-Gewinnspiels für seinen Vorzugsstimmenwahlkampf im Jahr 2018 zurückgetretene ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dominik Schott taucht nun an anderer Stelle wieder auf: Der 32-Jährige wird Mitarbeiter im Kabinett von ÖVP-Innenminister Karl Nehammer. Dies berichtete „Der Standard“ am Mittwoch unter Berufung auf das Innenministerium.

>> Die türkisen Seilschaften

Schrott war vor rund eineinhalb Jahren auch wegen des Verdachts des Förderungsmissbrauchs in Zusammenhang mit dem von ihm gegründeten Verein "Tiroler Kinderwelt" unter Druck geraten. Entsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden aber im vergangenen Jahr eingestellt. Es habe keine Hinweise auf eine missbräuchliche Verwendung der Fördergelder gegeben, hieß es von der Anklagebehörde dazu.

Zahlte Fördermittel zurück

Im vergangenen Herbst teilte das Land Tirol mit, dass die Fördervereinbarungen nur teilweise erfüllt worden seien und ein "beträchtlicher Teil der Fördersumme" zurückbezahlt werden müsse. Der Ex-Nationalratsabgeordnete und frühere JVP-Obmann in Tirol zahlte den vom Land geforderten Teil und letztlich die gesamte Fördersumme zurück.

Mit Schrott ins Innenministerium wechselt laut einem Bericht der "Tiroler Tageszeitung" übrigens eine weitere Parteifreundin Schrotts: die ehemalige Landesgeschäftsführerin der Jungen Volkspartei in Tirol, Susanne Vrhovac. Diese sei bereits unter FPÖ-Innenminister Herbert Kickl im Ministerium tätig gewesen, hieß es von der ÖVP Tirol.

FPÖ und Neos geißeln „Postenschacher“

Mit heftiger Kritik reagierten Tiroler FPÖ und Neos auf den vom „Standard“ berichteten Wechsel Schrotts ins Innenministerium. Beide Parteien orteten einen ÖVP-"Postenschacher". Die Freiheitlichen sprachen von einem "Skandal", die Pinken zeigten sich "schockiert".

"Vettern- und Freunderlwirtschaft innerhalb der Tiroler ÖVP an allen Ecken und Enden" ortete FPÖ-Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter in einer Aussendung. Der Wechsel Schrotts und die Bestellung von Helmut Tomac zum Generalsekretär im Innenministerium würden zeigen, dass sich "das Chamäleon ÖVP von Türkis wieder in Dunkelschwarz" verwandelt hat.

"Die einzige Qualifikation, die Dominik Schrott für seinen neuen Job im Innenministerium mitbringt, ist das türkise Parteibuch und dass er im August 2018 auf sein Nationalratsmandat verzichtet hat", erklärte indes der Tiroler Neos-Landessprecher, Dominik Oberhofer. Interessant werde sein, ob der Posten ausgeschrieben worden sei und wie das Bewerbungsverfahren dazu abgelaufen ist. "Das werden wir Neos selbstverständlich mit einer parlamentarischen Anfrage im Nationalrat hinterfragen", kündigte Oberhofer an.

(APA)